angeboten. Hier müßten die Verantwortlichen mit größter Sorgfalt ans Werk gehen. Es gibt genügend gute Beispiele, an denen sie lernen können. Sie sollten sich in den Verkaufsstellen der Künstlergenossenschaften beraten lassen.
Wir alle können mithelfen. Befassen wir uns nur etwas näher mit der Kunst und ihren Problemen. Echte Kunst ist nicht so teuer, wie man allgemein glaubt, auch gibt es viele gute Reproduktionen hervorragender Werke für wenig Geld.
Ein anderes Problem ist die Sichtwerbung. Viele Plakate sind schlecht in der Farbe und simpel in der Ausführung, sie berühren kaum unser Gefühl. Wir haben doch gute Graphiker und Maler!
Transparente lassen den besten Inhalt ungelesen, wenn sie in stereotyper Form und unpassender Farbe in unseren Gesichtskreis treten. Ganze Kurzreferate (wer nimmt sich die Zeit zum lesen?) verdecken manch schöne Fassade. Die Losung zur Pflege des kulturellen Erbes, die eben dieses Erbe verdeckte, ist leider kein Witz.
Die Farbe ,.Rot“, Symbol des Kampfes der Arbeiterklasse, wird durch die massenhafte Anwendung negiert, verallgemeinert und verliert ihre Kraft als Aussagemittel. Mit ihr sollte sparsam umgegangen werden, damit die wenigen, ,aber guten Transparente um so überzeugender in der Wirkung sind.
Betrachten wir unsere Umgebung kritischer, bilden wir uns weiter und ein gesundes Urteil, lehnen wir den Kitsch ab, und helfen wir alle mit, unsere Umwelt zu verschönen. Wir werden dabei starke Gegenliebe bei unserer Bevölkerung, besonders bei der Jugend, finden. Das zeigen die hohen Besucherzahlen in der Ausstellung der Gemälde der Dresdner Galerie. In unserem Arbeiter-und-Bauern-Staat helfen alle Werktätigen am Aufbau und an der Festigung unserer Wirtschaft und Industrie mit, warum steht die Kunst noch zurück?
Ich würde mich freuen, wenn ich mit meinen Ausführungen eine rege Diskussion (auch in dieser Zeitschrift) auslösen würde.
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Die Redaktion bittet um Zuschriften zu den Sie bewegenden kulturellen Problemen aller Art.
Bemerkung der Redaktion:
Zu unserem Artikel „In den Zwölften“, Heft 1/1956, Seite 17, bemerken wir, daß zu der angegebenen Zeit eine Weihnachtsbescherung wohl bei brennenden Kerzen stattfand, der Weihnachtsbaum aber in der heute gebräuchlichen Form erst im 18. Jahrhundert allgemein in den Gebrauch kam. (Siehe dazu auch „Unsere Heimat“ Nr. 9/1955, Seite 292—294, „Volksbräuche zur Weihnachtszeit“).
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