Heft 
(1957) 9
Seite
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Foto: R. Glaser, Putlitz

Burgruine Putlitz Blick auf die Stadtkirche

kischer, 1354 wieder auf mecklenburgischer Seite. Die Treuegelöbnisse richteten sich nach dem merkantilistischen Grundsatz: Ubi bene, ibi patria. So ist es nicht ernst zu nehmen, wenn der Burgherr feierlich 1319 den Mecklenburger als Oberlehnsherr anerkennt:Wy un unse Erven scholen eme truwe Manne wesen un mit unseme Schlote to Potlist, mit Huß unde mit de Statt, mit alle usen Landen und Mannen scholen em deenen. 1373 kehren die Putlitzer Burgherren endgültig wieder in 'das Treueverhältnis zum Markgrafen Otto zurück und werden zu Tangermünde mit der Ober­marschallwürde ausgezeichnet. In dieser Zeit erlebten die Städte ihren stärksten wirtschaftlichen Aufschwung. Sie übernahmen Verwaltungsauf­gaben des Adels. Dieser fühlte sich aus seiner Vorrangstellung verdrängt und suchte durch Stärkung seiner eigenen Kapitalmacht dem entgegen­zuwirken. Das führte zum Streit der Vasallen und Untervasallen, zu Über­fällen auf Dörfer und Städte, auf Handelsleute und Wallfahrer in solchem Maße, daß wir diese Zeit als die tiefste und leidvollste der Prignitz be­zeichnen können. Bauern wurden erschlagen, ihr Vieh fortgetrieben, ihre Häuser in Brand gesteckt, Bürger in den Turm geworfen und gefoltert.

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