Heft 
(1957) 9
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zum mächtigen Rivalen des ritterlichen Adels. Audi Putlitz folgte mit Ringmauer und drei Stadttoren, dem Mühlen-, Karstädter und Pritzwalker Tor. Aber das alles geschah auf Veranlassung und Zwecksetzung des Burg­herrn. Mit der Stadt schützte er sich selbst. Mit der Burg hielt er die Bürgerschaft in Abhängigkeit. Durch sieben Jahrhunderte blieb Putlitz wie Meyenburg und Freyenstein ein patronales Anhängsel der Grundherr­schaft. Die Mittel zur Niederhaltung waren Halsgerichtsbarkeit, Galgen und Folterkammer.

Ein Heer von Günstlingen gehörte zum Vasallengefolge des Putlitzer Burg­herrn. 13541376 sind es Vicko Dupow, Johann Karstede, Henning Glove- zin, Johann von Quitzow, Huno von Carwe, de Dergenthin. Klingen die Namen nicht vertraut, wenn wir an Prignitzer Dörfer denken? Für ihre treuen Dienste wurden sie reichlich mit Hebungen und Hufen in den Dörfern belohnt. 1438 vermacht Otto Gans zu Putlitz seinemduchtigen Knappen Hans Clawes und seinem Bruder Viktor drei Höfe und Hufen bynnen dem Dorpe Pyrow. So kam es zu dem vielgliedrigen Ritterbesitz, dessen feudales System sich so belastend auf die fronenden Bauern legte.

Weit reichte dei~verzweigte Feudalbesitz der Herren zu Putlitz, von Gra­bow, Marnitz, Meyenburg und Pritzwalk bis zur Elbe. Am 27. März 1239 erteilte einer ihres Stammes,Johannes, genannt Gans dominus de civitate Parlebergensis, der Perleberger Schuhmachergilde das älteste märkische Gründungsprivileg und gab der Stadt das Salzwedeler Stadtrecht. 1450 be­saßen die Putlitze ein Neuntel der Prignitz. In höchstem Ansehen stehend geben sie um 1290 dem Schweriner Grafen Nikolaus und dem Markgrafen Otto 4. ihre Töchter zur Gemahlin. Dieses entsprach der Würde einer gerade­zu fürstlichen Rangstellung mit allen Gerechtigkeiten für Markt und Ge­richt, für Zoll und Münzprägung, für Fischerei-, Mühlen-, Jagd-, Weide- und Waldgerechtigkeiten. 1281 hatte es bereits der Adel verstanden, sein Lehen, das ursprünglich auf Lebenszeit Geliehene, in ein Erblehen umzuwandeln. Der Bauernstand war in seiner Ohnmacht und Rechtlosigkeit nur das miß­achtete und fronende Objekt, dessen Angehörige mitsamt ihren Hufen konnten verkauft werden. Darum wissen die Dokumente des Mittelalters von ihm, dem Bauern, so gut wie nichts zu berichten.

Die wirtschaftlich bedeutsame Schlüsselstellung der Putlitzer Burgherren führte notgedrungen zur politischen Machtbildung. Sie war von Anbeginn gegeben, entfaltete sich aber erst, als mit dem Tode des letzten Askäniers Waldemar (1319) die Zeit kaiserlicher Schachergeschäfte mit der Mark begann und das Fehlen einer führenden Zentralgewalt die unglückliche Zeit wegelagernden Rittertums heraufbeschwor. Streitigkeiten beginnen zwischen der Mark und Mecklenburg. In demselben Jahre 1319, in dem Putlitz zum ersten Male als civitas, als Stadt bezeichnet wurde, sehen wir den Putlitzer Burgherrn auf mecklenburgischer, 15 Jahre später auf mär-

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