Heft 
(1897) 11
Seite
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Ueber Land und Meer.

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nnbekannten Meister wahr­scheinlich im letzten Viertel des dreizehnten Jahrhun­derts hergestellte Cyriakus- Glocke in Gernrode be­trachtet werden, die sich auch dnrch ihre sonstigen Eigenschaften und vor allem durch ihren reinen, vollen Ton anszeichnet. Cha­rakteristische Formen weisen auch die aus dem Mittel­alterstammenden, in unsrer Abbildung wiedergegebe­nen Glocken von Wolmir- stedt in der Goldenen Au und von Jggensbach in Niederbayern auf.

Ihrem Wesen nach ist die Glocke ein musikalisches Instrument, dessen Ton- schwingnngen durch den Anschlag des Klöppels an den Glockenrand hervor­gebracht werden. In akusti­scher Hinsicht ist sie als eine gekrümmte, in ihren:

Mittelpunkt unterstützte kreisförmige Scheibe anzusehen. Ihre Gestalt ist jetzt allgemein die eines abgestumpften Kegels mit stark ausgeschweiftem unteren Rande. Früher war dies zum Teil anders; so werden uns die alten

italienischen Glocken als sehr lang und schmal, kegelförmig oder gar ausgebancht und an Waschzuber erinnernd be­schrieben, und dieser Beschreibung entspricht ziemlich genau eine mit der Jahreszahl 1159 versehene, einen Nieter hohe Glocke der Domkirche zu Siena. An der Glocke, die man sich als aus einzelnen konzentrischen Kreisen ausgebnnt denken must, unterscheidet man drei Teile, den Schlagring (Schlag oder Kranz), den in Unter- und Obersatz geschiedene» eigentlichen Körper und den oberen Abschluß oder die Haube. An dem von innen nach außen sich zu dem dünnsten Teile der Wandung, dem Bord, abschrägenden Schlag besitzt die Glocke ihren größten Durchmesser, in der Haube den kleinsten. Nach dem Verhältnisse dieser Teile zu einander, sowie nach demjenigen, in dem sie zu der Dicke der Wandung und der Höhe (der Kegelachse) der Glocke stehen, bestimmt sich die Klangwirkung. Die Dicke der Wandung vermindert sich von: Schlagring bis zur halben Achsenhöhe allmählich, von da an und in der ganzen oberen Hälfte (dein Obersatz) betrügt sie nur den dritten Teil des Schlagrings, von dem sie sich nach der Mündung (dem Bord) gleichfalls ver­

jüngt. Die Glocke muß nicht nur harmonisch zu den mit ihr zu demselben Geläute verbundenen andern Glocken ge­stimmt werden, sondern sie muß auch in sich selbst ein bestimmtes harmonisches Tonverhältnis ausweisen. Durch das Anschlägen des Klöppels an den Schlagring wird nämlich nicht nur dieser, sondern die ganze Glocken­ivandung in Schwingung versetzt, ganz abgesehen von

den Schallschwingungen, die sich innerhalb der hin und her geschwungenen Glocke bilden. Den Grundton geben die Schwingungen des Schlagringes an; besitzt dieser den doppelten Durchmesser der Haube, so wird iu letzterer

die Oktave Mitschwingen; ist die Glocke im richtigen Verhältnis gebaut, das

heißt, soll sie von reinem, angenehmem und lange nachtönendem Klang sein, so dürfen außer den bei- den genannten nur noch

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Die Kaiserglocke heiß' ich,

Des Kaisers Namen preis' ich. Auf heil'ger Warte steh' ich, Vom Deutschen Reich erfleh' ich, Daß Fried' und Ehr'

Ihm Gott bescher'.

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harmonische Töne, das heißt die der Terz und Quint, vernehmbar wer­den.