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Der schwarze Uitter.
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30 Minuten abends mittlerer Berliner Zeit, sein Perihel, das heißt seine Sonnennähe, passierte. Der Abstand des Perihels vom „aufsteigenden Knoten", das ist von demjenigen Punkte, um der Komet sich über die Erdbahnebene erhob, beträgt 47 Grad 34 Minuten 12,1 Bogensekunden. Der Ort, wo der aussteigende Knoten auf der Erdbahnebene sich projiziert, liegt in 262 Grad 33 Minuten 59,6 Bogensekunden. Der Winkel, den die Kometenbahn mit der Erdbahn einschließt, mit andern Worten die „Neigung", betrügt 72 Grad 27 Minuten 48,1 Bogensekunden. Der kürzeste Abstand des Kometen von der Sonne ist um größer als der Abstand der Erde von der Sonne.
Diese abstrakten Angaben gewinnen durch beistehende Zeichnung lebendige Anschauung; die kleine Ellipse stellt perspektivisch die Erdbahn vor. Der Punkt September lll, der dem Punkte März gegenüberliegt, ist der sogenannte Widder- oder Frühlingspunkt, von dem aus die Zählung der Grade in der Richtung der Pfeile beginnt. Hat man 262 Grad gezählt, so trifft man den Punkt K>, wo der „aufsteigende Knoten" sich befindet. Hier also hätte sich der Komet, von unten kommend, über die Erdbahnebene erhoben. Ungesehen von den Astronomen, näherte er sich in raschem Fluge dem Perihel ?, das er in der Nacht vom 17. auf den 18. März passierte. Am 18. sah der Beobachter in 1ü März den Kometen in ^ und, wie man
sieht, rechts von der Sonne, also vor Sonnenaufgang. Im laufenden Monat April sieht der Beobachter in lll April
den Kometen in also bedeutend höher als im März.
Zugleich aber merkt man, wie der Komet von der Sonne 8 und der Erde bl sich langsam entfernt. Am 26. April beträgt sein Abstand von der Sonne 1,276 Erdbahnhalbmesser (189,7 Millionen Kilometer), der von der Erde 1,800 Erdbahnhalbmesser. Auffindbar ist er im Sternbilde der „Kassiopeia" in 2 Grad 16 Minuten und 30 Bogensekunden gerader Aufsteigung und 48 Grad 28,7 Minuten nördlicher Deklination. Im Mai sieht der
Beobachter den Kometen in im Juni in Die Bewegung verlangsamt sich bei rasch abnehmender Helligkeit. Von Juli ab dagegen giebt die Erde, wie man aus der Zeichnung ersieht, dem Kometen das Geleite in die Unendlichkeit ; denn da die Bahn eine Parabel ist und auf der dem ? entgegengesetzten Seite nicht schließt, so kehrt der Komet auch nie zu unserm Sonnensystem zurück. Der Komet Perrine ist einer jener kosmischen Abenteurer, die von Sonne zu Sonne wandern, bis sie, von einem großen Trabanten aus der Bahn gelenkt, dem einen oder andern Sonnensysteme einverleibt werden. Josef R. Ehrlich.
wilder Trieb.
^ie suchenden Finger streckst du aus,
Du grüne Rebe vor meinem bsans,
Möchtest halten und fassen, was sich nicht halten will lassen.
Sie nennen's einen wilden Trieb,
Sie stutzen ihn, den Trauben zulieb';
Ich habe es nachgesxrochen Und manche Ranke gebrochen.
Aber dies Jahr geb' ich's nicht zu,
Suche du nur, ich mach' es wie du,
All meine besten Gedanken Sehnen, suchen und ranken!
Robert waldmüllev.
Der schwarze Witter.
Von
K. v. Götzendorff-Graöorvski.
ie Fürstin Myra Koljassow verlebte alljährlich einige Wintermonate in Berlin. Das hatte verschiedene Gründe. Es gefiel ihr weder in Petersburg noch auf ihren Besitzungen in der Krim; sie liebte Rußland gar nicht — sie haßte es I Sie war eine geborene Berlinerin und von dem reichen russischen Fürsten, dem sie verschiedentlich auf Hosbällen begegnet war, um ihrer wundervollen, seltenen Schönheit willen erwählt worden. Natürlich durste sie nicht „nein" sagen. Sie war ein blutarmes Mädchen, die Vorjüngste von acht Geschwistern, und konnte sich aus ihrer Armut um so weniger durch eigne Kraft herausarbeiten, als eine Grafenkrone über ihrem wunderschönen dunkeln Haupte schwebte.
Comtesse Myra Hildhausen herrschte zwei Saisons hindurch als Königin der Schönheit, fand übermäßig viele Verehrer und keinen ernstlichen Freier und verwandelte sich vor Beginn der dritten Saison in die Fürstin Myra Koljassow, die über Millionen zu verfügen hatte. Das heißt, ihr Gatte hatte darüber zu verfügen. Er war kein sehr gemütlicher Herr, der Fürst Dimitrij Koljassow; er war launenhaft und tyrannisch. Myra mußte List und Koketterie, mußte zahllose, im Grunde unwürdige kleine Tricks anwenden, um ihn bei gutem Humor und offener Tasche zu erhalten. Nichtsdestoweniger war sie mit ihrem Los zufrieden.
„Du weißt, daß ich kein Herz habe, Mama, daß ich die Liebe nicht kenne, nicht an ihre Existenz glaube, — daß ich immer nur danach strebte, einen reichen Gatten zu angeln, viel Geld ausgeben und jede meiner Launen befriedigen zu können," sagte sie in vertraulichen Gesprächen zu ihrer Mutter, der alten Gräfin, die im Tiergartenviertel eine hübsche, standesgemäße Wohnung innehatte, deren Miete aus Väterchen Dimitrijs Tasche floß.
Die alte Gräfin war eine kleine, ängstliche Dame, die sich so ziemlich vor allem — und mehr als vor irgend einem andern Dinge der Welt vor ihrem Schwiegersohn, dem Fürsten Koljassow, fürchtete. „Ich begreife nicht, wo Myra den Mut hergenommen hat, ihn zu heiraten!" äußerte sie gelegentlich Zu ihrer altvertrauten Kammerfrau, „und wie ich überhaupt Zn einer solchen Tochter gekommen bin! Es ist wirklich, als sei Hexerei dabei im Spiele gewesen. Vergleichen Sie nur selbst meine andern Kinder, insbesondere meine Jüngste, Comtesse Melitta, mit der Fürstin Koljassow, liebe Schmiedeck."
Die „liebe Schmiedeck" dachte auch, daß die Fürstin eher ein Teufel als ein Weib sei; aber sie hielt klüglich den Mund.
Comtesse Melitta war das einzige der acht Kinder, das bei der Mutter geblieben, zur Pflege und Gesellschaft. Die andern hatte man, soweit es Mädchen waren, vorteilhaft unter die reichen Verwandten verteilt; jedes besaß sein niedliches