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Metier Land und Meer.
Betelverkäufer auS Nepal.
eilten Banaueubaum als treuen Ernährer neben seine Bambushütte; der Stamm braucht nur nach jeder Ernte gefällt zu werden, um — Jahrzehnte hindurch — immer neue, fruchtschwere Seitensprossen zu treiben.
Tort beleuchtet eine Erdöllaterue den Weg; ein Geländer schützt vor dem Abgrund zur Seite. Schauen wir einmal einer dieser Dirnen in das offene Gesicbt; sie sind nicht so scheu wie die Frauen aus andern Stämmen des Ostens
Ist es möglich, daß häßlich schön sein kann? Oder saht ihr nur elendes Gesindel, die ihr so wegwerfend voll der Häßlichkeit dieser Gebirgsvölker, der Bhutias, spracht?*) Wohl sind deine Aeuglein ein weniges schief gestellt, auch deine Wallgenknochen sind deutlich erkennbar, du freundliches Bhutiakind, aber häßlich bist du nicht; dazu bist du viel zu heiter und auch viel zu prächtig geschmückt. Plaudern wir ein wenig!
Was hast du denn da in der sechseckigen Silherschacbtel, die an deiner bunt- kugeligeu Halskette hängt? Laß sehen.
Haare!? Und hier diese Späne? Wahrhaftig, Abschnitte von Fingernägeln?!
Ei, ei, vom Liebsteil? Nein, von: ver- ehruugswürdigen Geistlichen, Reliquien eines Lamas! Und was ist denn in der andern, ebenfalls mit rohen Türkisen überladenen Kapsel an der noch wuchtigeren Kette aus Bernstein- und Korallenkttgeln?**) Streifen von Bastpapier, mit buddhistischeil Gebeten bedruckt?! Bravo, frommes Lämmchen, laß dir nur deinen Seelenfrieden nicht rauben. Wie bequem übrigens deine Tracht sein muß: der ärmellose Oberrock über dem indigoblauen Unterkleid,
Ein Reisender, der sich schwerlich lange in Darjeeling nmgcschen hat, giebt das Urteil ab:
„Gegen diese Bhutias sind die Lappen und Finnländer noch wahre Adonise und Aphroditen."
Man urteile nach unfern Abbildungen selbst, ob dies allgemein gelten kann.
Diese Bernsteinkette wird Uosöia genannt.
unter dessen überlangen und deshalb oft umgekrempelten, gelbgefütterten Aermeln man die anliegenden Hellen Aermel eines Hemdchens erblickt. Dazu der reich mit silbernem Kettenbehang verzierte Gürtel und die blaurotgrün gestreifte tibetanische Schürze — wahrhaftig, sehr kleidsam. Und welch reizvoller Kopfschmuck! lieber dem aufgelösten und erst am Ende zu zwei Zöpfen vereinigten Haar wölbt sich der Patek, ein breiter Reif aus Nakhaaren, mit rotem Tuch überzogen; dicke Knollen aus Bernstein und Korallen sind darauf durch Silberkettchen zu eurem stolzen Kranze verbunden. Auch die stattlichen Ohrringe aus vier Silberplntten, mit Türkisen besetzt, erhöhen den vornehmen Eindruck deiner Erscheinung. Aber was ist denn das für eine unbequeme weiße Muschel, durch die dein rechtes Handgelenk gesteckt ist? Sind dem: die sechs Spangen und das andre nicht Zierats genug? Ach so, ein Zeichen der Verlobung? Nun, gieb nur acht, daß dir diese spröde Ehefessel nicht zersplittert. Gehab dich wohl! Noch eins: nach Ansicht eines überaus geistreichen Reisenden soll es eine Höllenqual sein, ein Bhutiamädchen zu küssen! Was meinst du denn dazu? Nichts? Tu lachst nur? Lrava, dravissima!
Doch gehen wir weiter, vorüber an der festlich erleuchteten sommerlichen Dienstwohnung des Gouverneurs, der zwischen duftenden Jasminbüschen versteckteil „Shrubbery". Alle Augenblicke huschen hurtig nusschreitende Gruppen vorüber. Gewöhnlich eilt ein Laterneuschwingerbursche voraus; drei oder vier stämmige Bhutias folgen im Geschwiudschritt. Auf ihren Schultern ruht mittels dreier gekreuzter Stangen
Betelverkäuferin aus Sikkim.
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