2. Die Entwickelung der progressiven Paralyse.
Das vierte Buch trägt den Titel Sanctus Januarius und als Motto folgende Verse:
„Der Du mit dem Flammenspeere Meiner Seele Eis zertheilt,
Dass sie brausend nun zum Meere Ihrer höchsten Hoffnung eilt:
Heller stets und stets gesunder, Frei im liebevollsten Muss:—
Also preist sie Deine Wunder, Schönster Januarius!“
(Nebenbei gesagt, was ist der Flammenspeer? heisst die Januarsonne so, oder hat der geköpfte heilige Januarius etwas mit einem Speere zu thun?) Ferner hat Nietzsche im Plane zur fröhlichen Wissenschaft das vierte Buch mit dem Untertitel:„Aus der glückseligen Einsamkeit des Denkers“ bezeichnet. Es ist schauerlich, wie der Feind, der den Menschen anfasst, um ihn umzubringen, zuerst Glückseligkeit bewirkt. Den Schluss des vierten Buches bilden zwei Aphorismen, die den unvorbereiteten Leser auf das Höchste verblüffen müssen. Vorher hat Nietzche nach seiner gewöhnlichen Art über Mitleid, Werth des Lebens, Sokrates gesprochen: Mit einem Male ertönen zwei Kanonenschüsse, in Nr. 341 trägt er die Lehre von der ewigen Wiederkehr vor, und Nr. 342 enthält ganz und gar unmotivirt die Anfangsworte des Zarathustra-Buches. Dadurch, dass er die Worte incipit tragoedia hinzufügt, will Nietzsche offenbar sagen: Nun kommt erst das Rechte. Wiederkehr und Zarathustra sind beide Einfälle aus dem Jahre 1881. Im„Nachberichte“ zu dem Zarathustra-Buche heisst es:„Die Uranfänge und Vorstufen der