sandten wurde ein Wohnhaus zerstört. Dazu kamen noch zwei Brüche jn den Achterdeichen. Die starke Eisversetzung bei Kietz füllte das Strombett der Elbe bis zur Flußsohle derartig mit Schlamm und Packeis unter der Eisschollenverstopfung aus, daß die Hochwasserflut an den Flußufern einen Abfluß suchen mußte. Und da am linken Ufer hügeliges Gelände bis an den Strom herantritt, drängten die Fluten mit aller Gewalt an das eingedeichte rechte Ufer, wo durch den Stoß der Eisschollen Ab- und Unterspülungen der meist aus Sand aufgeführten Deiche herbeigeführt wurden. Trotz aller Verteidigungsmaßnahmen wurden durch das immer noch steigende Hochwasser auf weite Strecken die Deiche überspült und damit stark beschädigt und teilweise fortgerissen. Durch diese Deichbrüche stürzten die Wasser- und Eismassen in die fruchtbare Marschniederung, und in kurzer Zeit tobte eine flutende See in den Gehöften und Fluren der Ortschaften Dorf und Gut Kietz, Rosensdorf, Groß- und Klein-Wootz, Mödlich, Be- sandten und Unbesandten, Baarz und Gaarz. Und nachdem das große Bassin zwischen dem Hauptdeich und dem Achterdeich bis zur Höhe des letzteren angefüllt war, ergossen sich die Fluten über denselben und dann durch zwei im Achterdeich entstandene Brüche in die Gemarkungen von Breetz und Seedorf, Bäkern, Moor, Dorf und Gut Eldenburg, in die Vorstadt von Lenzen und die Gemarkungen Dorf und Gut Wustrow und Gandow. Der. Lüneburger Eisenbahndamm wurde mehrmals durchbrochen und die Bahnbrücke bei Lenzen zerstört. Die Niederung von Wustrow bis Gaarz in etwa 3 Meilen Elbstromlänge und in einer Breite von etwa % Meilen, nahezu 2 Quadratmeilen, war eine öde Wasserfläche geworden, in ungefähr 730 Wohnhäusern und in über 1000 Wirtschaftsgebäuden war die Hochflut eingedrungen! Die Bewohner mußten sich in die Bodenräume retten und teilweise auf die Dächer.
Wenn nun trotz der Schnelligkeit des Einbruchs dieser Katastrophe von den betroffenen etwa 5000 Niederungsbewohnern auch nicht einer das Leben verloren hat, obwohl es leider an Rettungseinrichtungen mangelte, da seit 1805 derartige Wasserüberflutungen nicht mehr stattgefunden hatten, so ist dieser glückliche Umstand darauf zurückzuführen, daß die Überschwemmung nicht durch ein und dieselbe Flutwelle, sondern durch Sechs getrennte Deichbrüche eingetreten ist, und daß die Brüche nicht bei stürmischer Witterung, sondern bei ruhiger Luft erfolgten; daß für die am Elbdeich gelegenen Ortschaften der, wenn auch mehrere Fuß hoch mit Schnee bedeckte Deich eine Zufluchtsstätte bot, die von Hunderten in Lebensgefahr befindlichen Bewohnern aufgesucht wurde; daß ein Teil dieser Unglücklichen bereits am 21. März und die auf Böden Geflüchteten am 22. und folgenden Tage mittels von Wittenberge eingetroffenen Kähnen und der am gleichen Tage in Tätigkeit getretenen Pionierpontons aus Spandau sowie zwei im Lenzener Hafen eingewinterten Magdeburger Privatdampfer in Sicherheit gebracht wurden, so daß etwa 900 Personen