Heft 
(1956) 3
Seite
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Der Schatzgräber

Aus Tamara RamsayWunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott

schrank des Königs Hinz zu finden! Wochenlang durch wühlte er, zunächst allein und dann mit seinem Knechte, den Berg. Die Radehacke war neben der Schippe das Haupthandwerkszeug, denn es waren Steine und nichts als Steine, die er aus dem Füllsand beseitigen mußte, um in das Innere des Berges zu kommen. Nach langem Mühen fanden die beiden ein Bronze­schwert, nach einigen Tagen auch noch ein paar weitere Bronzestücke. Das gab ihnen mächtigen Auftrieb. Allein weder der dreifache Sarg noch die sonstigen erwarteten Goldschätze kamen zum Vorschein. Die beiden Schatz­gräber hatten bereits einen Krater von 12 bis 15 Meter oberem Durch­messer in den Berg gewühlt, als der Gerichtsvollzieher die Geduld verlor. Gämlin mußte mit dem weißen Stock vom Hofe. Er ging davon und blieb verschollen; die von ihm in seinem Hügel gefundenen Bronzen hatten das­selbe Schicksal.

Dei - Nachfolger Gamlins achtete nicht sonderlich auf den durch wühlten Hügel, den er mitgekauft hatte. Er schüttelte nur über seinen verrückten Vorgänger den Kopf, und bei der allgemeinen Misere der Landwirtschaft hatte er bereits nach neun Monaten genug vomBauer-Spielen. Es war eigentlich schade, daß ers sobald auf gab, denn er hieß Hinz, und es wäre ein schönes Spiel des Zufalls gewesen, wenn der König Hinz durch seinen Namensvetter seine Auferstehung gefeiert hätte.

Am 3. März 1898 übernahm der Bauer Behrend den alten Gamlinschen Hof. (Sein Sohn bewirtschaftet ihn als Altbauer noch heute.) Behrend war ein nüchterner und sehr realistischer Mann. Er ging sofort daran, die durch

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