Öffnung in der Wand der Grabkammer
Nach einem Aquarell von Pütz, 1899 Aus Kiekebusch „Das Königsgrab von Seddin“
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ten. Doch dann siegte der Forscherdrang! Mit der Schippe fuhren sie hinein und angelten sich, soweit sie konnten, ein Stück nach dem anderen durch das Loch heraus. Dabei blieb es nicht aus, daß starke Beschädigungen vorkamen. Die Beute brachten sie voll Stolz in ihre Arbeitshütte.
Anderntags hatte sich die Sache herumgesprochen. Der frühere Groß- Linder Mühlenbesitzer Hilgenfeldt erstattete als erster Meldung. Der Landrat ließ sofort anspannen und fuhr mit dem Baumeister hinaus. Er nahm auch den Rechtsanwalt Dr. Heinemann, der beauftragter Pfleger des Märkischen Museums war, mit zum Grab. Die Funde, soweit sie in der Baubude waren, wurden mit nach Perleberg geführt. Das geöffnete Grab selbst wurde auf Veranlassung des Landrats nunmehr Tag und Nacht bewacht. Am 20. September 1899 waren alle maßgeblichen und interessierten Stellen aus Berlin und Perleberg am Fundort. Der Rentner Ratig (der Gründer unseres Kreismuseums) und der Photograph Gräfe, beide aus Perleberg, machten bei der anschließenden Bergung mehrere Aufnahmen, die uns heute wichtige Dokumente sind, und die wir bei Kiekebusch finden. Die Öffnung zur Grabkammer war durch Wegnahme noch einiger Steine vorsichtig erweitert worden, so daß ein Mann hineinschlüpfen konnte. Die
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