Heft 
(1956) 3
Seite
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Der Teufelsberg'

Grabung und Foto von Frau Dr. Bohm

heute in den Prignitzer Museen, also in Perleberg und Havelberg, da das von Heiligengrabe mit seinen gesamten Objekten durch den letzten Welt­krieg zerstört wurde. Einige bronzezeitliche Hügelgräber aber gibt es noch heute unerschlossen auf unserem heimatlichen Boden. So steht unversehrt ein sehr schönes Kegelgrab der älteren Bronzezeit im Guhlsdorfer Wald. Wir wollen diese letzten Zeugen unangetastet lassen, denn auch das nicht geöffnete Grab kündet vom Leben der Vorfahren und erzählt von der Geschichte der Heimat. Es belebt die Landschaft und ist uns gerade als eines der wenigen noch erhaltenen bronzezeitlichen Grabstätten teuer. Ferneren Geschlechtern soll man nicht alles rauben.

Wenn wir im Vorstehenden den Vergleich mit den ägyptischen Königs­gräbern wagten, so darf dabei nicht vergessen werden, zu sagen, daß die Pyramiden der Pharaonen ein Ausdruck der großen Klassengegensätze und der absoluten Herrschaft der jeweiligen Dynastien im Mittelmeer­raume darstellen, während die mächtigen Grabanlagen im nordischen Lebensraum der Volker mehr den Charakter der Urgemeinschaft offen­baren, die aus der Vereinigung freier Menschen heraus das Oberhaupt kürte und auf den Schild erhob, und die dann auch, ohne Sklavenfron und Knute, in Gefolgstreue, die über den Tod hinaus reichte, die Gräber türmte.

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Das Königsgrab von Seddin ist, wie die Vorgeschichtswissenschaft fest­stellt, in seinen Ausmaßen und im Reichtum seiner geborgenen Funde das größte und gewaltigste bronzezeitliche Grabmal. Es steht anerkannt einzig

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