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Effektivität und Effizienz kriminalpolizeilicher Organisationsformen auf Zeit : mit weiteren Beiträgen von Erich Philipp und einer Arbeitsgemeinschaft an der Polizei-Führungsakademie (Münster) unter Leitung von Wolfgang Stein / Heinz Büchler ...
Entstehung
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Vertikale Zusammenfassung der Sonderkommission Nr. 14(neue Bun­desländer)

Anlaß zur Einrichtung dieser Soko war ein Tötungsdelikt zum Nachteil eines Asylanten, das von Skinheads begangen wurde. Daneben sollten auch Anschläge auf Asylantenheime aufgeklärt werden. Die Sonderkommission bestand im Kern aus insgesamt 18 Beamten, davon wurden zehn Mitarbeiter aus den neuen und acht aus den alten Bundesländern rekrutiert. Zeitweise waren bis zu 50 Polizeibeamte in die Ermittlungen involviert. Die Arbeits­dauer der Soko betrug ca. ein Jahr. Die Arbeit der Soko wird als erfolgreich gewertet.

Die Organisation der Soko erfolgte nach regionalen Gesichtspunkten. Dem Leiter der Soko waren Ermittlungsabschnitte zugeordnet, die regionalen Zuständigkeitsschnitt hatten. Die Sonderkommission war wegen der hohen politischen Bedeutung direkt dem örtlichen Polizeipräsidenten unterstellt.

Der Führungsstil wurde nach anfänglichen autoritären Phasen als kooperativ bezeichnet. Die Leitung wurde einem Beamten aus dem Westen übertragen, was zu erheblichen Spannungen zwischen den Kollegen geführt hat. So war die Überheblichkeit der sogenannten"Wessis" ständiges Thema und erzeugte unterschwellige Konflikte. Die Führungsgüte wurde nicht besonders hoch

eingeschätzt, dem Soko-Leiter wurde soziale Kompetenz abgesprochen.

Während der Soko-Arbeit wurden mehrere Mitarbeiter wegen ihrer politi­schen Vergangenheit ausgetauscht.

Arbeitszufriedenheit und Motivation waren nicht zuletzt wegen der positiven Mediendarstellung dennoch insgesamt gut. Der in den Medien ausführlich dargestellte Erfolg führte zu einem sehr guten Image der Sonderkommission. Wie in Sonderkommissionen üblich, mußten reichlich Überstunden geleistet werden. Den Mitarbeitern aus den alten Bundesländern wurde eine Zulage gezahlt.

Die Information der Mitarbeiter erfolgte sowohl multilateral in Frühbespre­chungen als auch bilateral schriftlich. Die Informationsverarbeitung wurde manuell und mittels SPUDOK bewältigt.

Unterschiedliche Einschätzungen liegen hinsichtlich der Sachmittelausstat­tung vor. Einig war man sich jedoch darüber, daß im Rahmen des Verfügba­ren die Sonderkommission immer mit den besten vorhandenen Sachmitteln ausgestattet wurde.