Teil eines Werkes 
Teil 1 (2005)
Entstehung
Seite
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Vergleich der Ergebnisse mit den Ergebnissen anderer Untersuchungen

4 Vergleich der Ergebnisse mit den Ergebnissen anderer Unter­suchungen

Sind unsere Ergebnisse mit den Ergebnissen der in 1.4 kurz dargestellten Untersuchungen vergleichbar oder ergeben sich ganz andere Ergebnisse? Wo kommen wir zu gleichen oder ähnlichen Aussagen, wo zu ganz anderen als die oben zitierten Studien?

An dieser Stelle wollen wir also die Ergebnisse unserer Studie mit denen bereits vorliegender Studien vergleichen. Wir können uns natürlich nur auf die Ergebnisse bei der Bearbeitung vergleichbarer Aufgaben beschränken und dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus­arbeiten.

Das Vorlegen einer Kollektion Münzen oder Scheine hat auch in unseren Untersuchungen beim großen Teil der befragten Kinder zunächst die Anwendung ihrer Zählkompetenz zur Anzahlbestimmung stimuliert. In diesem Ergebnis stimmen wir mit den Untersuchungen von Schmidt/ Weiser und Franke/ Kurz überein. Hier werden Schwierigkeiten der Unterscheidung von Anzahl und Wert deutlich, die es erforderlich machen, Geld zum eigenständigen Unter­richtsinhalt zu machen.

Betrachten wir weitere Ergebnisse unserer Untersuchung und schauen, welche Ergebnisse mıt denen anderer Untersuchungen verglichen werden können.

Wenden wir uns zunächst dem Komplex der Erfahrungen im Umgang mit Geld zu(Wozu benötigt man Geld? Hast du eigenes Geld? Sparen, Preis- und Wertvorstellungen), so kann Folgendes festgehalten werden:

Die Frage, wozu man Geld benötigt, wurde in anderen Untersuchungen nicht gestellt, so dass es hier keine Vergleichsmöglichkeiten gibt. Allerdings kann festgestellt werden, dass alle von uns befragten Kinder in Übereinstimmung mit Ergebnissen von Claar bereits mit Geld in Berührung gekommen waren und Eınkaufserfahrungen hatten.

Interessant ist, dass die von uns befragten Kinder fast allezum Einkaufen sagten bzw. gleich konkrete Dinge nannten, die einzukaufen sind. Dabei unterscheiden die Kinder meist nicht zwischen den Dingen, die sie einkaufen und ihre Eltern, was verständlich ist, da das Einkaufen meist gemeinsam erfolgt. Wie bei Franke/Kurz wurden auch ın unserer Untersu­chung Lebensmittel am häufigsten aufgeführt(zum Essen oder konkrete Lebensmittel), wenn Dinge genannt wurden, die man einkaufen kann. Dies spricht dafür, dass beim Einkau­fen häufig an Supermärkte gedacht wird; ein Fixieren auf den Supermarkt wie bei Fran­ke/Kurz können wir so absolut nicht feststellen. Auch, dass Spielwaren nur selten genannt werden, kann für unsere Untersuchung nicht bestätigt werden, denn immerhin 31% der Kin­der nannten Spielwaren als Dinge, zu deren Kauf sie Geld benötigen.

Während Franke/Kurz in ihrer Untersuchung feststellten, dass es sich bei den kindlichen Be­gleitern meist um ältere Geschwister handelt, gingen die von uns befragten Kinder genauso häufig(selten) mit Freunden einkaufen. Als gravierend erweist sich aus unserer Sicht der Un­terschied bei der Häufigkeit des Allein-Einkaufens, während bei Franke/Kurz nur 9% der be­fragten Kinder bereist allein einkaufen waren, waren es bei den von uns befragten Kinder be­reits 30%. Hier werden sicher Unterschiede in den örtlichen Gegebenheiten deutlich. Es zeigt sich aber auch, wie vorsichtig mit Durchschnittswerten umgegangen werden muss. Leider gibt es bei Franke/Kurz keine Aussagen dazu, ob an dieser oder anderen Stellen der Untersuchung Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen festgestellt wurden._

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