5 Abschließende Bemerkungen
Es hat sich bei unseren Untersuchungen herausgestellt, dass Kinder im Allgemeinen zu Schulbeginn(noch) keine Experten im Umgang mit Geld sind, wie es ja bei der Komplexität der Fragen aus den verschiedensten Gebieten, die mit dieser Größe zusammenhängen, auch nicht verwundert. An dieser Stelle kann nur auf die Ergebnisse von Claar verwiesen werden, die deutlich machen, wie komplex und langwierig die Entwicklung des Geldbegriffs bei Kindern und Jugendlichen ist. Geld kann also nicht nur aus der Sicht der Mathematik im Unterricht betrachtet werden.
Wir werden den Kindern am Ende der Klasse 1 die Aufgaben dieser Untersuchung wiederum vorlegen, um Entwicklungen aufzeigen zu können. Dabei wird uns insbesondere interessieren, ob weiterhin die Unterschiede, die wir auf verschiedenen Ebenen angetroffen haben festzustellen sind.
Im Anschluss an die Auswertung dieser zweiten Datenerhebung werden wir uns noch einmal ausführlich mıt den Bausteinen eines Größenkonzeptes beschäftigen, um herauszuarbeiten, welche für die Größe„Geld“ relevant sind, welche bei Schulanfängern anzutreffen sind und wie sich diese im Verlaufe des 1. Schuljahres entwickeln. Dann werden wir auch Schlussfolgerungen für den Unterricht und die Lehrerausbildung ableiten können.
Auf einige, aus unserer Sicht für den Unterricht und die Gestaltung von Unterrichtsmaterialien wichtige Schlussfolgerungen können und wollen wir aber bereits an dieser Stelle eingehen.
Als ganz entscheidend hat sich bereits nach der ersten Datenerhebung herausgestellt, dass es notwendig ist, ın Lernausgangsanalysen zu Beginn der Klasse 1 das Wissen und die Fähigkeiten im Umgang mit Geld einzubeziehen, um einschätzen zu können, in wieweit, die in manchen Lehrwerken vorausgesetzten Kenntnisse und Fähigkeiten der Kinder wirklich vorhanden sınd oder ob sie gezielt ım Unterricht entwickelt werden müssen. Dabei kann und muss auf ganz natürlıche Weise an dıe Alltagserfahrungen der Kinder angeknüpft werden und die Kinder müssen Gelegenheiten erhalten, eigene Erfahrungen zu sammeln.
Lehrbuchautoren müssten ın Anbetracht der veränderten Erfahrungen der Kinder mit Geld diesem Fakt mehr Rechnung tragen. Lehrerhandbücher und auch Lehrbücher könnten auf die Hauptzielstellungen(Entwicklung von Größenvorstellungen zu Geldwerten und die Realisierung der Messidee bei Geldwerten) und auf das Nutzen von Geld als Veranschaulichungsmittel ın Hinweisen und Aufgabenstellungen direkter eingehen.
Die bisherigen Ergebnisse stützen unsere Meinung, dass die Größe Geld wie alle anderen Größen ım Unterricht ausführlich behandelt werden muss und dass das Geld den Kindern als Veranschaulichungsmittel beim Rechnen behilflich sein kann, wenn entsprechende Grundlagen geschaffen sind.
Dazu gehört ganz entscheidend, dass der Maßzahlaspekt natürlicher Zahlen von Beginn an und durchgängig ım Unterricht angesprochen wird, dass er nicht nur auf der einen Seite zu Zahlen in der Umwelt und dann wieder beim Rechnen mit Geld auftritt. Die obige Lehrbuchanalyse hat gezeigt, dass mit den beiden eben genannten Ausnahmen ausschließlich der ordinale und der kardınale Zahlaspekt- insbesondere beim Darstellen und Zerlegen von Zahlen genutzt wird.
Dabei kann- und unseres Erachtens muss- Geld in den verschiedensten Zusammenhängen zur Zahldarstellung und bei der Zerlegung von Zahlen eine Rolle spielen. So kann auch der Maßzahlaspekt durchgängig im Unterricht berücksichtigt werden.