werden *). — Besuch von Paul Heyse, dessen Familie: Frau, Tochter, Schwiegersohn mit in Berlin ist. — Während meiner Krankheitstage wird mir vorgelesen: Julius Stindes „Familie Buchholz" und Paul Heyses poetische Reisebriefe an Böcklin, Scheffel, Ribbeck, W. Hertz usw. Alles ausgezeichnet, auch das Stindesche Buch sehr amüsant. — Einladung zum „Bismarck-Kommers" (abgelehnt), — Brief von Frau Hedwig Grundmann geb. Burtz, die Auskunft über Otto Fontane und seine Familie wünscht.
Vom 22. Februar bis Ende April 1885.
In diesen zehn Wochen, die ich, gegen Wintergewohnheit, bei wenigstens leidlicher Gesundheit zubringe, beende ich die Korrektur meiner Novelle: „Es ist nichts so fein gesponnen" und schicke sie am 22. April an die Redaktion der Gartenlaube. Kroener schickt mir umgehend das Honorar und schreibt überaus liebenswürdig und anerkennend. Kleines Labsal. — Gesellschaftlich all die Zeit über wenig erlebt; Korrespondenz mit Pastor Windel in Meran, mit Dr. Friedländer in Schmiedeberg, denen ich mein Anfang März erschienenes Buch „Christian Friedrich Scherenberg und das literarische Berlin von 1840—60" schickte. Dasselbe Buch auch an Minister v. Puttkamer und Geh. R. v. Bitter geschickt. Die Kritik nimmt es freundlich auf. — Ende März stirbt Frau Amtsrichter Späing, reizende junge Frau, älteste Tochter der Frau Müller-Grote. — Am 2. April große Bismarckfeier; „Nord und Süd" bringt 6 Bismarckgedichte, darunter auch das meine: „Jung-Bismarck". Lindau hatte niemandem mitgeteilt, daß es auf einen Sanges-Wettstreit hinausliefe, was ich unpassend finde. Die ganze Geschichte kriegt dadurch was Fabrikmäßiges und wirkt mindestens ebenso sehr als Ulk wie als Huldigung. Aber Lindau hat das Vorrecht solcher Späße. — In Haus und Familie allerhand Wechsel. George wird zum Militärlehrer in
*) Vgl. unten.
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