Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1904) Nietzsche : mit einem Titelbilde / von P. J. Möbius
Entstehung
Seite
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I. Der ursprüngliche Nietzsche,

deshalb zurückgewiesen zu werden. Es versteht sich von selbst, dass die Mathematik ihm nur deshalb lang­weilig war, weil er von Hause aus unfähig war, sie zu verstehen. In geradezu komischer Weise zeigt sich bei ihm später sein Mangel dadurch, dass, sobald wie er sich verleiten lässt, geometrische Bezeichnungen zu brauchen, etwas ganz Tolles zu Tage kommt.Perpen­diculäre Sicherheit(VII, p. 154) möchte noch passiren, aber ganz schrecklich istdas Thier, das.. beinahe innerhalb eines punctartigen Horizontes wohnt(I, p.288). Abscheulichen Missbrauch treibt er mit dem Worte rechtwinklig. Im Zarathustra heisst es wiederholt: rechtwinklig an Leib und Seele(p. 102, 411),der rechtwinklige Leib(p. 45). Eine t@te carre&e giebt es ja, aber der rechtwinklige Mensch kommt nur in den Fliegenden Blättern vor. Das eigentliche Symbol aber der Amathematik istein concentrischer Kreis(IV, p- 118)! Die Mathematiker sindschwache Persönlich­keiten(XII, p. 14). Die Zeitvorstellung entsteht durch das Nacheinander(XII, p. 32). Irgend etwas geschieht im kürzesten Atom seines Lebenslaufes(I, p. 523). Nietzsche steht also nicht nur mit den geometrischen, sondern auch mit den Zeit-Begriffen auf gespanntem Fusse.

Die Mathematik als wissenschaftliche Kunst leitet zu den eigentlichen Wissenschaften über. Nietzsche hat sich bethätigt als Sprachkundiger und als Philosoph. Die philologischen Leistungen Nietzsches interessiren uns nur insofern, als seine ausgezeichnete philologische Begabung die Zahl seiner Vorzüge vermehrt. Jedoch

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