Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1904) Nietzsche : mit einem Titelbilde / von P. J. Möbius
Entstehung
Seite
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I. Der ursprüngliche Nietzsche.

Charakter, später wird der verweichlichende Einfluss seiner Lehre mit Erbitterung bekämpft und der Meister alsPessimist, der die Flöte bläst, verhöhnt. Ueberall ist der im Leben so höfliche Nietzsche ein schonungs­los grober Schriftsteller: sobald wie Einer nicht seinen vollen Beifall findet, ist an ihm kein gutes Haar, und die Injurien werden nicht gespart. Gelegentlich siegt die Besonnenheit, und dann urtheilt er über sich mit erfreulicher Klarheit. So schreibt er 1880(XI, p. 408): Als ich jüngst den Versuch machte, meine älteren Schriften, die ich vergessen hatte, kennen zu lernen, erschrak ich über ein gemeinsames Merkmal derselben: sie sprechen die Sprache des Fanatismus. Fast überall, wo in ihnen die Rede auf Andersdenkende kommt, macht sich jene blutige Art zu lästern und jene Be­geisterung in der Bosheit bemerklich, welche die Ab­zeichen des Fanatismus sind, hässliche Abzeichen, um derentwegen ich diese Schriften zu Ende zu lesen nicht ausgehalten hätte, wäre der Verfasser mir nur etwas weniger bekannt gewesen. Der Fanatismus ver­dirbt den Charakter, den Geschmack und zuletzt auch die Gesundheit und wer diesen Dreien zugleich wieder von Grund aus aufhelfen will, muss sich auf eine lang­wierige Cur gefasst machen. Jeder Schulmeister wird denken: wer so schöne Erkenntniss hat, dem ist ge­holfen. Ja, wenn der Mensch eineIntelligenz wäre, dann möchte es schon so sein, in Wirklichkeit aber kommt der ursprüngliche Charakter immer wieder oben auf. Nicht nur, dass Nietzsche nach 1880 den Fana­tismus nicht verabschiedet, vielmehr wird er von Jahr