II. Die Krankheit.
ben! Nur wer sein Dasein für ewig wiederholungsfähig hält, bleibt übrig: unter solchen aber ist ein Zustand möglich, an den noch kein Utopist gereicht hat!“(XII, p. 65).!') Wunderlich! höchst wunderlich! Eben so toll ist die Begründung: die Zeit sei unendlich, die Zahl der Variationen aber endlich. Wenn die Damen, die hinter Nietzsche herlaufen, so mit dem Begriffe der Unendlichkeit umspringen, so hält man es ihnen eben zu Gute, aber ein Mann wie Nietzsche hätte doch in seinen gesunden Tagen nicht so reden können. Er war so befangen von seiner Idee, dass er glaubte, durch naturwissenschaftliche Studien werde er einen Beweis dafür finden!
Darauf bezieht sich der folgende recht verdächtige Brief an Rohde vom 17. Juli 1882:„Es(das neue Buch) soll das letzte für eine lange Reihe von Jahren sein: — denn im Herbst gehe ich an die Universität Wien und fange neue Studentenjahre an, nachdem die alten mir, durch eine zu einseitige Beschäftigung mit Philologie, etwas missrathen sind. Jetzt giebt es einen eigenen Studienplan und hinter ihm ein eigenes geheimes Ziel, dem mein weiteres Leben geweiht ist,— es ist mir zu schwer, zu leben, wenn ich es nicht im grössten Stile thue, im Vertrauen gesagt, mein alter Kamerad! Ohne ein Ziel, welches ich nicht für unaussprech
1) Man beachte die gesperrten Worte. Je mehr die Gehirnkrankheit sich entwickelt, um so mehr nimmt das sonderbare Unterstreichen überhand. In allen Citaten aus Nietzsches Schriften bedeuten die gesperrt gesetzten Wörter von Nietzsche selbst unterstrichene Wörter.
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