2. Die Entwickelung der progressiven Paralyse.
lich wichtig hielte, würde ich mich nicht oben im Lichte und über den schwarzen Fluthen gehalten haben! Dies ist eigentlich meine einzige Entschuldigung für diese Art von Litteratur, wie ich sie seit 1876 mache: es ist mein Recept und meine selbstgebraute Arzenei gegen den Lebensüberdruss.. Welche Jahre! Welche langwierigen Schmerzen! Welche innerlichen Störungen, Umwälzungen, Vereinsamungen! Wer hat denn so viel ausgestanden als ich? Leopardi gewiss nicht! Und wenn ich nun heute über dem Allen stehe, mit dem Frohmuthe eines Siegers und beladen mit schweren neuen Plänen... so soll mir niemand darüber böse sein dürfen, wenn ich gut von meiner Arzenei denke... Wenn selbst meine leibliche Gesundheit zum Vorschein kommt, wem verdanke ich denn das? Ich war in allen Punkten mein eigener Arzt; und als einer, der nichts Getrenntes hat, habe ich Seele, Geist und Leib auf ein Mal und mit denselben Mitteln behandeln müssen.“ U. s.f.(Briefe Il, p. 566).?)
Wahrscheinlich ist auf die Januarius-Euphorie wieder eine ruhigere Zeit gefolgt. Am 1. April fuhr Nietzsche mit einem Segelschiffe nach Messina, besuchte dann
?) Auch die späteren Briefe an Rohde haben einen krankhaften Charakter. Am 22. Februar 1884 schreibt er über seinen Zarathustra, er habe damit die deutsche Sprache zur Vollendung gebracht.„Es war nach Luther und Goethe noch ein dritter Schritt zu thun.“ Er habe nicht das„Undulatorische‘“ von Goethe und sei doch nicht mit Luther unter die Rüpel gerathen. U.s. f. Am 21. Mai 1887 erfolgt der grobe Ausfall gegen Rohde wegen Taines. Am 23. Mai thut es ihm leid,„dergestalt einem plötzlichen Zorne“ nachgegeben zu haben.
ZZ