Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1904) Nietzsche : mit einem Titelbilde / von P. J. Möbius
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen

II. Die Krankheit.

Rom, reiste im Sommer viel, war längere Zeit in Deutsch­land. In diese Zeit fallen die Bekanntschaft mit Lou Andreas-Salom& und vielfacher Aerger. Im November kam Nietzsche nach Genua zurück. Seine Arbeiten während des Jahres 1882(vergleiche den Nachbericht zum XIl. Bande) bestanden in Aufzeichnungen für den Zarathustra, für die späteren Werke, im Aufschreiben von Sentenzen und Sprüchen. Genaueres über seinen geistigen Zustand wissen wir nicht.

Auf jeden Fall aber setzte im Januar 1883 ein neuer Zustand der Erregung ein. Nietzsche verlebte Januar und Februar in Rapallo. Der Nachbericht zum Zara­thustra giebt die Angaben Nietzsches über diese Zeit wieder. Er sei früh und nachmittags weit gegangen. Auf diesen beiden Wegen fiel mir der ganze erste Zarathustra ein, vor allem Zarathustra selber, als Typus: richtiger, er überfiel mich. Der Nachbericht fährt fort: Nietzsche hat es mehrfach bezeugt, dass er zu keinem der drei ersten Theile des Zarathustra mehr als zehn Tage gebraucht habe: er meint damit die Tage, wo die in ihm reif gewordenen Gedanken sich zum Ganzen ball­ten, und Tags über auf starken Märschen in dem Zu­stande einer unvergleichlichen Inspiration und einer un­geheuren entzückungsvollen Spannung das Werk als Gan­zes entstand und Abends dann in der ersten zusammen­hängenden Form niedergeschrieben wurde. Vor diesen zehn Tagen liegt jedesmal die Zeit der längeren oder kürzeren Vorbereitung, dicht dahinter die Ausarbeitung der endgültigen Reinschrift: auch diese mit gewaltiger Le entstehend und begleitet von einer fast