2. Die Entwickelung der progressiven Paralyse.
unerträglichen ‚Expansion des Gefühls‘. Dies ‚ZehnTage-Werk‘ fällt für den ersten Theil auf Ende Januar 1883: Anfang Februar ist die erste Conception und Niederschrift, Mitte Februar die druckreife Reinschrift vollendet... der zweite Theil selber entstand, wiederum in 10 Tagen, in Sils-Maria in der Zeit zwischen dem 17. Juni und dem 6. Juli 1883: die erste Niederschrift war vor dem 6. Juli und das druckfertige Manuscript vor Mitte Juli vollendet. Auch diesmal[beim dritten Theile] war das ‚Zehn-Tage-Werk‘ Ende Januar [1884] vollbracht, die Reinschrift vor Mitte Februar abgeschlossen. Der vierte Theil wurde in Mentone im November 1884 begonnen und nach einer längeren Unterbrechung von Ende Januar bis Mitte Februar 1885 zu Ende geführt.“
Dieser Bericht ist sehr merkwürdig. Die Geschichte von den zehn Tagen wird ja mit Vorsicht aufzunehmen sein, aber soviel ist wohl sicher, dass die Theile des Zarathustra in unglaublich kurzer Zeit geschrieben worden sind. Zu den Zeitangaben, die auf rasende Geschwindigkeit schliessen lassen, kommen die Angaben über das Inspiration-Gefühl. Nietzsche hat einmal gesagt, es sei ihm gewesen, als würde jeder einzelne Satz ihm zugerufen‘). Es ist also nicht zu
1) In einem Briefe an Brandes vom 10. April 1888. Es heisst da, der Zarathustra sei 1883—1885 entstanden, jeder Theil in ungefähr zehn Tagen. Vollkommener Zustand eines„Inspirirten‘“. Alles unterwegs auf starken Märschen concipirt: absolute Gewissheit, als ob jeder Satz einem zugerufen wäre. Gleichzeitig mit der Schrift grössste körperliche Elasticität und Fülle.
Bücherei_ der Pädagogischen Institute
Brandenburgische Landeshochschule