2. Die Entwickelung der progressiven Paralyse.
sches Zarathustra vor. Ueber Zunahme der geistigen Fähigkeiten im Beginne der progressiven Paralyse hat einmal V. Parant!) geschrieben. Er hat vier Fälle mitgetheilt, in denen die vorher geistig nicht hervorragenden Patienten plötzlich sich geistig lebhaft, dabei besonnen und urtheilskräftig zeigten, bis dann nach Monaten oder erst nach Jahren eigentlich krankhafte Aufregung und Schwachsinn folgten. Aehnliche Mittheilungen habe ich in der Literatur nicht gefunden, die Lehrbücher erwähnen nichts davon, ich selbst habe nie etwas ähnliches beobachtet, und die ausgezeichneten Fachgenossen, die ich um die Sache befragt habe, wollten nichts davon wissen. Immerhin wäre eine Steigerung der Leistungen durch die Paralyse nicht ganz undenkbar. Man wird sagen, es handle sich bei ihr doch von vornherein um das Absterben nervöser Theile, es könne also immer nur ein Minus, nie ein Plus erwartet werden. Aber bei der Tabes ist der Vorgang der gleiche, und doch tritt, wenn eine Empfindungsfaser abstirbt, nicht gleich Unempfindlichkeit, sondern durch lange Zeit Schmerz ein. Ich gebe zu, dass diese Argumentation ihre Bedenken hat. Aber sicherlich kann man eine indirecte Steigerung der Leistungen bei der Paralyse für möglich erklären. Wäre diese wirklich eine diffuse Erkrankung der Gehirnrinde, wie Manche meinen, so wäre freilich nur ein Sinken
1) De la suractivite& intellectuelle sans delire ni d&mence dans la pE&riode prodromique de la paralysie progressive, par V. Parant. Annales m&dico-psychologiques 7. S. VI. 1. p. 34. 1887. Vgl. Schmidt’s Jahrbücher, CCXVI, p. 277.