In Wöbbelin, an der Straße von Ludwigslust nach Schwerin, haben ihn seine Kameraden zur letzten Ruhe gebettet. Theodor Körner, Dichter und Soldat, Sänger der schwarzen Freischar!
Fern stehen die mächtigen Schlote des Zellwollwerks, hoch ragt der Turm des Nähmaschinenwerks über den sagenumwobenen Hügel. Klar kommen die Umrisse der ölwerke. Rauchfahnen quillen aus den Essen dieser Fabriken, die jetzt uns gehören, in denen unermüdlich geschafft wird.
Tausende fleißiger Hände regen sich dort Tag für Tag, bauen und formen unsere Republik, arbeiten voraussehend für ein neues Deutschland. Der Wind trägt das Klopfen von Niethämmern herüber, er bringt das Surren und Stampfen der Maschinen, die Signale der vorbeiziehenden Schiffe. Vielfältig ist das Leben in unserer Stadt. Morgens erwacht es, brandet über den Tag, legt sich, wenn der Abend kommt. Unendlich sind jedoch die Impulse, die es ständig neu empfängt. Und um unsere Stadt das weite Land. Schön ist es, so in die Ferne zu schauen. Ich sehe die Kirchen von Perleberg und Wilsnack, die Plattenburg und den Höhenbeck bei Lenzen. Ich schau über unsere Stadt, die so nüchtern anmutet und doch voller Geheimnisse ist, unsere Stadt, die eine Geschichte hat, und von dieser Geschichte wollen wir berichten.
Tadeln ist leicht, erschaffen so schwer , ihr Tadler des Schwachen, habt ihr das Treffliche denn auch zu belohnen ein Herz?
FRIEDRICH SCHILLER
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