Heft 
(1957) 11
Seite
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Bahnbetriebswerk Wittenberge läßt nicht locker, Arbeitswanderfahne zum zweiten Male erkämpft

Im Wettbewerb der Betriebswagenwerke erreichte die Wagenausbesse­rungsgruppe des Bahnbetriebswerkes Wittenberge mit 805 Pluspunkten den ersten Platz in der Deutschen Demokratischen Republik und erhielt hierfür die Arbeitswanderfahne des FDGB und außerdem die Bezirks­wanderfahne Schwerin.

Mit beiden Fahnen waren bedeutende Geldprämien verbunden.

Wie kam es, daß das Bahnbetriebswerk Sieger wurde?

Am 1. Mai 1949 hatte das Bahnbetriebswerk als erstes in der DDR die Arbeitswanderfahne des FDGB und 10 000, DM Geldprämie erhalten. Die Kollegen der Wagenausbesserungsgruppe waren damals an der Prä­miierung nicht beteiligt; trotzdem sie zu diesem Ehrentag den Güterwagen SNCF 73982 in 872,5 freiwilligen und 117 bezahlten Arbeitsstunden inner­halb zwei Monaten aus zwei zur Verschrottung vorgesehenen Z-Wagen auf­gearbeitet halten. An dieser freiwilligen, unbezahlten und damals noch außergewöhnlichen Arbeit waren 32 Kollegen beteiligt.

Diese Leistung wurde seinerzeit von der Rbd. Schwerin nicht beachtet und auch nicht prämiiert. Diese Nichtanerkennung seitens der Rbd. Schwerin machte die Kollegen der Wagenausbesserungsgruppe nicht mutlos, sondern sie zogen die richtigen Lehren daraus.

Sofort wurden zwei Arbeitsbrigaden gebildet, die in den innerbetrieblichen Wettbewerb traten. Es waren die Brigaden Bleß und Buth, die Monat für Monat nach einem freiwillig vereinbarten Punktsystem ihre Leistungen überprüften und ständig steigerten.

Die Arbeitsorganisation wurde laufend verbessert.

Verlegung des Arbeitsplatzes in geschützte Räume, planmäßige Zustellung der Schadwagen, planmäßigeres, schnelleres Herausbringen der ausgebes­serten Wagen, Überprüfung des Arbeitsablaufes, rechtzeitiges Heranbrin­gen der Ersatzteile, Verstärkung der A-SChweißer, Entwicklung technisch begründeter Arbeitsnormen, Mobilisierung innerer Reserven durch Ge­winnung wertvoller Ersatzteile aus Wagentrümmern, Nägelanfertigung durch Frauen im Leistungslohn und anderes mehr.

Hand in Hand mit dieser arbeitsorganisatorischen Entwicklung lief die ge­werkschaftliche Schulungsarbeit durch die BGL und AGL.

Die Betriebsgruppe der SED trug mit intensiver Aufklärungsarbeit zur Bewußtseinsänderung und ideologischen Klarheit der Arbeitskollegen bei. Die Arbeitsbrigaden Bleß und Buth erhöhten am 1. Februar 1950 sämtliche Arbeitsnormen freiwillig um 5 Prozent.

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