Heft 
(1958) 6
Seite
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I

Schritt darüber hinaus. Er führte gerade in denKleinbürgern zum ersten­mal eine neue Kraft in die russische Dramatik ein den Arbeiter, der frei von ökonomischen Bindungen und Rücksichten, frei von persönlichem Besitz sich auf seine eigene Kraft besinnt. In diesem zu den frühen Werken Gorkis zählenden Schauspiel tritt das Proletariat noch nicht als organisierte Kraft auf, und doch ist in dem Arbeiter Nil schon die un­belastete Stärke und der Optimismus dessen zu spüren, der die Ketten dieser lebensstörenden, muffigen Kleinbürgeratmosphäre durchbrechen wird und sich auf den Weg in eine freie lichte Zukunft macht.

Auch im Opernspielplan haben wir einen Schritt nach vorn getan. Wir bringen Ihnen drei interessante Werke, die unser Publikum weiter in das Opernschaffen einführen werden und den Weg für spätere grobe Opern bahnen helfen.

Wir übernehmen aus der alten Spielzeit, die komische OperDon Pasquale von Gaetano Donizetti. Damit lernt unser Publikum ein Stück italienische Operngeschichte kennen. Die italienische Oper hat bekanntlich auf das internationale Opernschaffen einen sehr großen Einfluß ausgeübt. Der 1843 entstandeneDon Pasquale auf dem Höhepunkt von Donizettis Lauf­bahn geschaffen wurde erst vor einigen Jahren für die Aufführungen wieder entdeckt. _

Unser Publikum wird sicher bemerkt haben, daß wir in der vergangenen SpielzeitDie Hochzeit des Figaro von Wolf gang Amadeus Mozart an­kündigten, jedoch das Werk nicht aufführten. Dies mußte leider aus betriebsnotwendigen Gründen geschehen; damit unser Publikum aber nicht auf dieses bekannte und beliebte Werk verzichten muß, wird dies eine der Inszenierungen der neuen Spielzeit sein. An dieser Stelle müssen wir darauf hinweisen, daß wir immer sehr darauf geachtet haben, den einmal angekündigten Spielplan auch einzuhalten, jedoch hängt unsere Arbeit von so vielen Voraussetzungen, Möglichkeiten und auch über das Theater hinausreichenden Umständen ab, daß eine wohlerwogene Um­stellung des Spielplanes schon einmal geschehen kann. Wir glauben aber, daß unser Publikum, das ja durch Jahre unsere bestimmt nicht leichte Arbeit kennt und schätzt, verstehen wird, daß eventuelle Umstellungen im Spielplan von uns mit aller Verantwortlichkeit vorgenommen werden.

Als letzte Operninszenierung der neuen Spielzeit haben wirMadame Butterfly von Giacomo Puccini vorgesehen. Sicher wird auch diese An­kündigung von den Opemfreunden mit großer Freude aufgenommen wer­den, zählt doch das Opernschaffen Puccinis zum festen Bestandteil der Opernspielpläne in aller Welt.

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