Fischer:
Chaussee aufgebracht, dann hätte er euch und seinem Gelde lange nachgucken können. So aber bringt ihr doch nur unsere Stadt in Ungelegenheiten. Was ihr dem Cervus wegnehmet, das werden wir ihm ersetzen müssen, wenns noch dabei bleibet.
Fischer! In der Raubritterzeit hat es einen Städtebund gegeben in der Prignitz, müssen wir nicht heute, wo ein viel stärkerer als der Bassewitz uns bedräuet, erst recht Zusammenhalten?
(schweigt)
Kersten:
Der Herr Wachtmeister hat sicherlich nicht daran gedacht, daß für das Geld bereits Käufe getätigt wurden. Der Verlust würde zuförderst mich treffen. Herr Cervus wird mir nicht zahlen, wenn man ihm in meinem Hause sein Geld wegnimmt.
Fischer:
Wieviel haben Sie zu fordern?
Kersten:
Ich persönlich 50 Taler für Stroh, der Amtmann Rogge 150 Taler für drei Ochsen und der Schulze Funk aus Teetz hat 210 Taler für Stroh zu fordern.
Fischer:
(langsam) Sie sollen nicht sagen, daß ein Prignitzer in der Prignitz die Leute zu Schaden gebracht hat. (zu Schulze) Schreiben Sie auf, daß ich diese Beträge zurückgebe, (zu Dau) Gib 410 Taler raus! (Dau geht an den Tisch, zählt das Geld, auf und gibt Fischer einen Beutel mit dem Rest von
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Kersten:
90 Talern)
Ich danke Ihnen.
Schräder:
Na, das ist doch schon eine kleine Avance. Nun seien Sie vernünftig, Landsmann, geben Sie dem Cervus auch die restlichen 90 Taler wieder.
Cervus:
(stürmt herein) Herr Bürgermeister, ich verlange, daß Sie diesem Manne Ordre geben, mein Geld zu retournieren. Auf Heller und Pfennig verlange ich mein Geld!
Schräder:
Ich kann den Wachtmeister nur darum bitten.
Fischer:
Das Geld der französischen Armee ist von der preußischen beschlagnahmt. ,
Cervus:
Der Krieg ist beendet.
Fischer:
Aber nicht für das Regiment von Schill und nicht für das Regiment von Blücher. Für uns ist der Krieg erst zu Ende, wenn der letzte Franzose aus Preußen verjagt ist, und die Herren Parteigänger der Franzosen sollten gleich mit übern Rhein gehen.
Cervus:
Das Geld gehört mir. Mir persönlich. Es ist mein Vermögen. Sie haben mich bestohlen, impertinent bestohlen. Ich bin ruiniert.
Fischer:
Na, Bomben und Granaten, Sie haben doch selber gesagt, es gehört Napoleon.
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