Vertikale Zusammenfassung der Ermittlungsgruppe Nr. 2
Anlaß für die Einrichtung dieser Ermittlungsgruppe(EG) war ebenfalls ein Tötungsdelikt. Da die zuständige Polizeidienststelle über keine eigene (ständige) Mordkommission verfügt, wurde aus dem Umlandbereich eine Sonderkommission gebildet.
Die Ermittlungsgruppe mußte umfangreiches Spurenmaterial abarbeiten. Hierbei wurde wegen der gewählten Abarbeitungssequenz(alphabetisch nach Personen) erhebliche Mehrarbeit produziert. Die Ermittlungsgruppe setzte sich anfänglich aus einem Leiter sowie neun Mitarbeitern zusammen. Phasenweise waren bis zu 28 Kräfte eingebunden; gegen Ende der Ermittlungen bestand die Ermittlungsgruppe noch aus zehn Beamten.
Die Mitarbeiter der Ermittlungsgruppe wurden aus dem gesamten norddeutschen Raum rekrutiert. Probleme hinsichtlich der Motivation der Mitarbeiter ergaben sich wegen der angeordneten Dienstsitzverlegung der in die Ermittlungsgruppe eingebundenen Mitarbeiter. Ziel der Dienstsitzverlegung war die Einsparung des ansonsten zu zahlenden Tagegeldes. Da die Arbeitszeit in der Regel mehr als 11 Stunden täglich betrug, wurde ein Erfrischungsgeld von 3,50 DM pro Tag und Person gezahlt.
Die Ausstattung der Ermittlungsgruppe mit Sachmittel und Räumen wurde als mangelhaft bezeichnet.
Der Informationsaustausch erfolgte multilateral in Früh- und Abendbesprechungen sowie schriftlich über einen Aushang.
Der Führungsstil wurde als kooperativ bezeichnet, die Führung als wichtig empfunden und in ihrer Güte als zufriedenstellend angesehen. Besondere Konflikte traten bei der Zusammenarbeit nicht auf. Die Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter war sehr hoch. Als Mangel wurde empfunden, daß nach Verkündung der Auflösung der Ermittlungsgruppe die Zeit für eine umfangreiche emotionale und fachliche Aufarbeitung fehlte.
Die Zusammenarbeit mit dem Staatsanwalt wurde als gut bezeichnet.
Insgesamt war die Ermittlungsgruppe sechs Wochen lang tätig. Der Fall wurde nicht geklärt.
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