Vertikale Zusammenfassung der Arbeitsgruppe Nr. 3
Anlaß zur Gründung dieser Arbeitsgruppe(AG) war ein sich abzeichnender Lageschwerpunkt im Bereich der Organisierten Kriminalität. Die Arbeitsgruppe bestand zum Zeitpunkt der Befragung bereits mehrere Jahre und bearbeitete im letzten Jahr ca. 1.400 Vorgänge.
Ziel bzw. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, bestimmte Tätergruppierungen, bei denen es sich um ethnische Minderheiten handelt, zu zerschlagen und die vorliegenden Straftaten den Tätern zuzuordnen. Die Arbeitsgruppe besteht mittlerweile vier Jahre und kann faktisch als Bestandteil der Primärorganisation(PO) angesehen werden. Der Arbeitsgruppe sind 17 Mitarbeiter und ein Leiter zugeordnet.
Die Organisation der Ermittlungsabschnitte wurde auf Delikte/Deliktsspektren und ethnische Gruppen abgehoben. Sie wurde von den Mitarbeitern als unterstützend und konstruktiv bezeichnet.
Die Arbeitsgruppe wird bzw. wurde autoritär und aufgabenbezogen geführt. Der Arbeitsgruppenleiter holt nach eigenem Bekunden"das Letzte” aus seinen Mitarbeitern heraus; 24-Stunden-Dienste sind hier keine Seltenheit. Entsprechend hoch ist der Überstundenanteil im Monat. Die Leistung der Mitarbeiter geht in die jeweilige Beurteilung ein.
Wegen der hohen Arbeitsbelastung fehlen Zeit und Gelegenheit für soziale Kontakte während der Arbeit. Die Rückmeldung des Arbeitsgruppenleiters bezieht sich auf Fehler, gute Arbeit wird nicht besonders erwähnt. Der Informationsaustausch erfolgt vorwiegend bilateral, die Aufgabendelegation im wesentlichen ohne vorherige Absprache mit den Mitarbeitern.
Das Motivationsbild der Mitarbeiter ist höchst unterschiedlich. Während einem Teil der Mitarbeiter die Arbeit zu stressig war und sie sich ständig bemühten, in die Primärorganisation zurückzukehren, stand ein anderer Teil der Mitarbeiter mit einer extrem hohen Motivation geschlossen zu dem Führungsstil. Die Führungsleistung wurde als gut bis mittelmäßig bezeichnet. Ausschlaggebend für die hohe Motivation dieser Mitarbeiter scheint der Erfolg dieser Sonderkommission zu sein. Aktive Personalpolitik wurde insoweit betrieben, als nicht leistungsstarke Mitarbeiter in ihre Kerneinheiten zurückkehren durften. Als Folge des polarisierten Betriebsklimas dürfte die Tatsache zu werten sein, daß einige Arbeitsgruppenmitarbeiter fast ständig krank waren.
Hinsichtlich des Arbeitseinsatzes wurde der Arbeitsgruppenleiter als Vorbild angesehen. Vorschriften stellen nicht unbedingt ein Hindernis dar. Positiv