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Effektivität und Effizienz kriminalpolizeilicher Organisationsformen auf Zeit : mit weiteren Beiträgen von Erich Philipp und einer Arbeitsgemeinschaft an der Polizei-Führungsakademie (Münster) unter Leitung von Wolfgang Stein / Heinz Büchler ...
Entstehung
Seite
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Vertikale Zusammenfassung der Ermittlungsgruppe Nr. 5

Anlaß für die Einrichtung dieser Ermittlungsgruppe war ein sich abzeich­nender Schwerpunkt im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Das Geständnis eines Großdealers führte zur Belastung von ca. 90 weiteren Personen. Die Ermittlungsgruppe bestand aus sieben Mitarbeitern und einem Leiter. Dar­unter befanden sich auch zwei Mitarbeiter von S, die im Rahmen einer Kfz­Überprüfung die initiierende Festnahme des Großdealers durchführten. Eine besondere Aufbauorganisation war wegen der geringen Größe nicht erfor­derlich. Insgesamt mußte(n) ca. 450 Hinweisen nachgegangen werden bzw. Vernehmungen durchgeführt werden.

Der Leiter der Ermittlungsgruppe hatte keinen Einfluß auf die Auswahl seiner Mitarbeiter, diese wiederum hatten keinerlei Soko-Erfahrungen. Diese eher negativen Bedingungen wurden jedoch durch einen starken Teamgeist und durch die geschickte Leitung des Teams ausgeglichen, so daß bei allen Mitarbeitern eine hohe Identifikation mit den Zielen der Soko vorlag, was wiederum eine hohe Leistungsbereitschaft und Motivation sowie Arbeitszu­friedenheit bewirkte. Bei einem Mitarbeiter ergaben sich nach Auflösung der Ermittlungsgruppe"reentry"-Probleme.

Der Führungsstil wurde als kooperativ und stark mitarbeiterbezogen be­zeichnet. Die Führung wurde als sehr gut angesehen. Aus Sicht der Mitar­beiter waren genügend Kräfte zur Bewältigung der Aufgabe vorhanden, aus Sicht des Leiters war die Ermittlungsgruppe eher unterbesetzt. Die Diskre­panz in der Einschätzung hinsichtlich der Personalausstattung zwischen Leiter und Mitarbeitern könnte auf die Funktion des Leiters, der in seiner Rolle Ansprüche von außen abfederte und so einem weit höheren Außen­druck ausgesetzt war, zurückzuführen sein.

Der Informationsaustausch erfolgte multilateral in Gruppen. Die Informati­onsverarbeitung erfolgte sowohl manuell als auch EDV-gestützt.

Die räumliche Ausstattung wurde als zufriedenstellend angesehen, jedoch die örtliche Unterbringung wegen mangelnder Abschottungsmöglichkeiten stark kritisiert. Die Nutzung der Logistik der Primärorganisation führte bei einzelnen Einsätzen zur Weitergabe von Informationen nach außen, mit der Folge, daß sowohl Durchsuchungen verraten wurden, als auch ein einge­setzter verdeckter Ermittler zurückgezogen werden mußte. Als außer­ordentlich bürokratisch und unzureichend wurde die Zuweisung der benö­tigten Sachmittel empfunden.