Vertikale Zusammenfassung der Ermittlungsgruppe Nr. 10
Anlaß zur Einrichtung dieser Ermittlungsgruppe war eine Serie von Raubüberfällen auf Geldboten. Die Ermittlungsgruppe bestand aus 1/4 Mitarbeitern und war insgesamt 4 1/2 Monate lang tätig. Es konnten zwei von drei größeren Straftatenserien aufgeklärt werden. Insgesamt waren drei Bundesländer an der Soko beteiligt. Die Verständigung über die Einrichtung einer Sonderkommission erfolgte innerhalb von 14 Tagen. Wegen der geringen Größe der Arbeitsgruppe gab es keine besondere Organisation, die Arbeitseinteilung erfolgte nach anfänglichen Schwierigkeiten im Gespräch.
Der Führungsstil wurde zu Beginn der Tätigkeit als autoritär bezeichnet, später eher kooperativ empfunden. Die Führung wurde zudem von den Mitarbeitern als eher unwichtig eingestuft. Offensichtlich waren Generationsprobleme zwischen Führung und Geführten Anlaß zu anfänglichen Konflikten. Die Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter wurde als insgesamt hoch bezeichnet.
Der Informationsaustausch innerhalb der Ermittlungsgruppe erfolgte multilateral im Rahmen von Frühbesprechungen.
Die Informationsverarbeitung wurde manuell durchgeführt, DV-Unterstützung stand nicht zur Verfügung. Die räumliche Ausstattung wurde als
schlecht bezeichnet, die sonstige sachliche Ausstattung mit zufriedenstellend angegeben. Bei einem Mitarbeiter traten wiederholt Abordnungsprobleme auf, die jedoch durch Intervention des Ermittlungsgruppenleiters ausgeräumt werden konnten.
Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft verlief anfänglich schlecht, erst nach dem Wechsel des Staatsanwaltes konnte von einer engagierten Zusammenarbeit gesprochen werden.
Nach Auffassung der Mitarbeiter war die Ermittlungsgruppe personell zu schwach ausgestattet, so daß unter dem starken zeitlichen Druck nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden konnten.