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Effektivität und Effizienz kriminalpolizeilicher Organisationsformen auf Zeit : mit weiteren Beiträgen von Erich Philipp und einer Arbeitsgemeinschaft an der Polizei-Führungsakademie (Münster) unter Leitung von Wolfgang Stein / Heinz Büchler ...
Entstehung
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Vertikale Zusammenfassung der Ermittlungsgruppe Nr. 11

Anlaß zur Bildung dieser Ermittlungsgruppe war eine Serie von Autodieb­stählen. Die Ermittlungsgruppe wurde länderübergreifend eingerichtet und bestand aus fünf Mitarbeitern sowie dem Ermittlungsgruppenleiter. Die Ermittlungsgruppe hatte eine Vorläuferin, die jedoch nur innerhalb eines Bundeslandes installiert war. Die Laufzeit der Ermittlungsgruppe betrug sechs Monate, wurde jedoch anfänglich mit drei Monaten angesetzt. Wegen der nur geringen Größe der Ermittlungsgruppe war eine ausgeprägte Orga­nisation nicht vorhanden. Neben dem Ermittlungsgruppenleiter gab es noch einen Aktenführer und zwei Ermittlungsteams.

Das zu verarbeitende Mengenaufkommen war mit 196 Fallakten der Vor­gängergruppe, 27 Beschuldigten und fünf Haupttätern sowie etwa 250 Ein­zelfällen und 200 Fahrzeuglegenden relativ hoch. DV-Unterstützung wurde trotzdem nicht geleistet. Ein privater PC wurde als Schreibmaschine genutzt. Bemängelt wurde, daß neben einem DV-Spezialisten auch ein weiterer Aktenführer fehlte. Die Informationsverarbeitung und-speicherung erfolgte manuell.

Die Zahl der Mitarbeiter war trotz der geringen Stärke Schwankungen un­terworfen, so daß in der Urlaubszeit zeitweise nur noch zwei Mitarbeiter tätig waren. Auch führte die vorzeitige Abberufung zweier Mitarbeiter zu einer Reduzierung der Ermittlungsgruppe auf nur noch zwei Mitarbeiter.

Die Führung wurde als kooperativ und aufgabenbezogen bezeichnet. Der Informationsaustausch erfolgte multilateral in Besprechungen, der Informa­tionsaustausch zur Primärorganisation über die Teilnahme an den üblichen Frühbesprechungen. Ferner wurden Sachstandsberichte und ein Schlußbericht angefertigt.

Die Ausstattung mit Sachmitteln wurde in allen Punkten als unzureichend bezeichnet.

Die Zusammenarbeit mit dem Staatsanwalt wurde als vorbildlich charakte­risiert.

Im Gegensatz zu Projektgruppen mit aktuellem Fallgeschehen(Dringlich­keitsprojekte), wie z.B. Tötungsdelikte, sind bei Projektgruppen mit Auf­gabenstellungen dieser Art(z.B. Autodiebstähle) deutliche Unterschiede hinsichtlich der Aktivitätsniveaus festzustellen. So wurde hier die Anlauf­phase als eher ruhig bezeichnet. Dieser schloß sich eine Ermittlungsphase mittlerer Aktivität an. Der dann folgenden Hochphase mit starken Aktivitäten im operativen Bereich folgte wiederum eine ruhigere Auslaufphase mit geringerer Aktivität.

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