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Effektivität und Effizienz kriminalpolizeilicher Organisationsformen auf Zeit : mit weiteren Beiträgen von Erich Philipp und einer Arbeitsgemeinschaft an der Polizei-Führungsakademie (Münster) unter Leitung von Wolfgang Stein / Heinz Büchler ...
Entstehung
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Vertikale Zusammenfassung der Ermittlungsgruppe Nr. 12

Anlaß zur Gründung dieser Ermittlungsgruppe war die Zuordnung unge­klärter Verbrechenstatbestände auf sieben wegen Bankraubes festgenommene Tatverdächtige. Da es sich bei den zugrundegelegten Verbrechens­tatbeständen um eine relativ breite Deliktspalette handelte, wurden Mitar­beiter aus den jeweils deliktisch zuständigen Bereichen herausgelöst und im Rahmen dieser Ermittlungsgruppe hinsichtlich der Tätergruppierung kon­zentriert. Die Ermittlungsgruppe bestand aus dem Ermittlungsgruppenleiter und fünf weiteren Mitarbeitern. Die Organisation der Ermittlungsgruppe war wegen der geringen Größe nur schwach ausgeprägt: Dem Leiter waren der Aktenführer sowie vier weitere Sachbearbeiter nachgeordnet. Die Raubstraftaten wurden von einem Arbeitsteam, das aus einem Teil der vier Sachbearbeiter gebildet wurde, bearbeitet. Die Arbeitsdauer der Ermitt­lungsgruppe betrug zwei Monate, bei einzelnen Delikten wurde nach Auflö­sung der Ermittlungsgruppe noch weiter ermittelt.

Die Arbeit wurde als erfolgreich bewertet, da eine Zuordnung gemäß Zielbe­schreibung in zahlreichen Fällen vorgenommen werden konnte. Ein beson­derer Zeitdruck wurde nicht empfunden, so daß nur wenige Überstunden anfielen.

Die Führung wurde als kooperativ, sowohl aufgaben- als auch mitarbeiter­bezogen, beschrieben und als insgesamt gut bezeichnet. Auch Arbeitszufrie­denheit und Motivation waren gut. Hierzu dürften insbesondere auch die Erfolge der Ermittlungsgruppe beigetragen haben, die bei der Nennung positiver Erlebnisse auch ausschließlich genannt wurden.

Der Informationsaustausch erfolgte multilateral in Besprechungen.

Bei einem der Mitarbeiter gab es Abordnungsprobleme mit der Heimat­dienststelle. Tendenziell wurde die Soko-Arbeit als Belohnung empfunden.

Die materielle Ausstattung wurde insgesamt als mangelhaft bezeichnet. Im Bereich der Informationsverarbeitung stand jedoch ein PC als Hilfsmittel zur Verfügung. Als besonders hinderlich wurden die unzureichend abgestimmten Kommunikationsmittel genannt.

Die Zusammenarbeit mit dem Staatsanwalt wurde als gut bezeichnet.

Alle befragten Mitarbeiter hatten Soko-Erfahrung, plädierten jedoch trotzdem oder vielleicht auch deshalb für Schulung in den Bereichen Aktenführung und-auswertung, aber auch hinsichtlich der Stärkung sozialer Kompetenzen.

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