Vertikale Zusammenfassung der Ermittlungsgruppe Nr. 13(neue Bundesländer)
Anlaß zur Gründung dieser Ermittlungsgruppe war eine Serie von Raubüberfällen auf Sparkassen. Insgesamt sollte ein Tatkomplex von 97 Straftaten bearbeitet werden. Die Ermittlungsgruppe bestand zum Zeitpunkt der Befragung noch fort, so daß die Arbeitsdauer der Ermittlungsgruppe nicht abschließend festgelegt werden konnte. Da die Ermittlungsgruppe in den neuen Bundesländern operiert und die Mitarbeiter aus Dienststellen, die derzeit aufgelöst werden, zusammengezogen wurden, gab bzw. gibt es keine Abordnungsprobleme.
Die Ermittlungsgruppe bestand aus insgesamt 10 Mitarbeitern und dem Ermittlungsgruppenleiter.
Die Ermittlungsgruppenführung wurde als eher autoritär bezeichnet. Die Mitarbeiter beklagten, daß der Ermittlungsgruppenleiter die Chancen der hier gegebenen Teamarbeit nicht ausreichend nutzte. So wurde jeder Mitarbeiter mit einer Anzahl von Fällen betraut, was dazu führte, daß ähnliche Arbeitsbedingungen wie in einem Raubkommissariat geschaffen wurden. Allerdings betonten die Mitarbeiter auch, daß die Entlastung von Routinetätigkeiten und die Konzentration auf einzelne Fälle wesentlich für die Motivation und den Spaß an der Arbeit seien.
Die Motivation wurde mit gut, die Arbeitszufriedenheit mit eher schlecht bewertet.
Besonders demotivierend wurde von den Mitarbeitern die Unsicherheit hinsichtlich der noch ausstehenden Verbeamtungen und der unsicheren Arbeitsplatzsituationen empfunden.
Die Ausstattung mit Sachmitteln war in jedem Punkt mangelhaft. Das Fehlen von DV-Unterstützung wurde bei der Masse der Daten als besonders nachteilig hervorgehoben. Die mangelnde Ausstattung machte sich auch im Funk- und Fahrzeugbereich bemerkbar; so mußten häufig Fahrzeuge ohne Funk und Sirene benutzt werden, so daß es durchaus bei auswärtigen Einsätzen zu stundenlangen Zwangsaufenthalten in Staus kam. Innerhalb der Stadt wurde normalerweise die Straßenbahn benutzt. Die insgesamt knappen Ressourcen führten auch dazu, daß Fahrgelderstattungen und Überstundenvergütungen nicht ausbezahlt werden konnten.
Als hinderlich wurde die bürokratische Abwicklung der Materialbeschaffung erwähnt.