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Effektivität und Effizienz kriminalpolizeilicher Organisationsformen auf Zeit : mit weiteren Beiträgen von Erich Philipp und einer Arbeitsgemeinschaft an der Polizei-Führungsakademie (Münster) unter Leitung von Wolfgang Stein / Heinz Büchler ...
Entstehung
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Die Führung der Soko wurde kooperativ und angemessen empfunden. Der übergeordnete Dezernatsleiter war ständig in die Führungsgeschäfte ein­gebunden.

Die Organisation der Soko war in vier Ermittlungsabschnitte und einen Be­reichzentrale Sachbearbeitung(Aktenführung und Infobewertung [Spurenbewertung]) gegliedert. Daneben war die Tatortgruppe des zustän­digen Polizeipräsidiums tätig. Wegen einzelner Überschneidungsprobleme im Ermittlungsbereich wurde die Soko während der eigentlichen Arbeitsphase reorganisiert. Die zentrale Sachbearbeitung wurde zudem verstärkt, was jedoch auch zu einer Ablösung des dortigen Abschnittsleiters führte und erhebliche Frustrationen zur Folge hatte. Die nach Ansicht der Soko-Leitung zeitweilig zu hohe Personalausstattung trug zur Verwirrung bei und engte die Überschaubarkeit der Soko ein. Die Mitarbeiter hatten zum Teil schon Soko­Erfahrung, wurden jedoch nie hinsichtlich besonderer Problematiken der Soko geschult. Alle Befragten hoben den Wert der in der Soko gemachten Erfahrungen für ihre künftige Tätigkeit hervor.

Die Ausstattung mit allgemeinen Sachmitteln wurde weitgehend als zufrie­denstellend bezeichnet. Der Einsatz von Datenverarbeitung wurde anfangs abgelehnt, später aber doch genutzt. Der Informationsaustausch erfolgte multilateral bei Besprechungen, an denen alle Mitarbeiter teilnahmen. Täg­liche Abschlußbesprechungen wurden auf die Führungsebene beschränkt. Die Informationswege waren zudem im täglichen Ablauf formal festgelegt. Ein­gehende Ermittlungsergebnisse wurden mehrstufig bewertet.

Konflikte ergaben sich in Einzelfällen aufgrund nicht zureichender Qualifi­kation von Mitarbeitern sowie bei zugeordneten Kräften hinsichtlich der Bereitschaft, die hohe Dauerbelastung mitzutragen. Auch die Reorganisation in der zentralen SB führte zu internen Konflikten. Nach der Tatklärung und damit verbunden auch dem Abflauen des öffentlichen Interesses wurde die Soko personell sehr stark reduziert. Die umfangreichen Abschlußarbeiten mußten von wenigen Sachbearbeitern geleistet werden.

Vereinzelt wurden Probleme bei der Wiedereingliederung der Mitarbeiter angesprochen.

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