Vertikale Zusammenfassung der Sonderkommission Nr. 17
Anlaß zur Gründung der Soko war ein Tötungsdelikt. Die Soko wurde auf Veranlassung des zuständigen Dezernatsleiters zunächst gegen die Intention der Führung des Polizeipräsidiums ins Leben gerufen. Wegen des großen öffentlichen Interesses an dem Fall wurde eine starke politische Einflußnahme auf die Soko-Arbeit empfunden. Das"in Szene setzen" politisch Verantwortlicher durch unkoordinierte Weitergabe von Ermittlungsergebnissen an die Presse brachte die Soko erheblich unter Zeitdruck. Zeitweilig ermittelte die Soko entsprechenden Recherchen der Presse hinterher, die im Strichermilieu eigene Ermittlungen anstellte. Die Soko war insoweit starken Außeneinflüssen ausgesetzt.
Aufgabe der Soko war es, das Tötungsdelikt aufzuklären und die Täter zu überführen. Zielbedingt mußte hierzu das Strichermilieu erschlossen werden, was erheblich zur Tatklärung eines weiteren Mordfalles außerhalb der Stadt im fraglichen Zeitraum beitrug. Hier stellte sich dann auch der erste Erfolg der Soko ein. Die Aufarbeitung des Strichermilieus hatte erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit der Kommission. Das in diesem Zusammenhang erstellte Lagebild bietet auch heute noch eine wertvolle Hilfestellung bei Ermittlungen in diesem Bereich. Die Größe der Soko schwankte in der Arbeits-/Realisierungsphase zwischen 12 und 35 Mitarbeitern. Die Soko bestand neun Monate.
Die Soko setzte sich im Kern aus Mitarbeitern des zuständigen Dezernats zusammen. Dem Leiter des zuständigen Kommissariats wurde die Soko-Leitung übertragen. Ansonsten wurden Mitarbeiter aus anderen Zuständigkeitsbereichen des Polizeipräsidiums und der weiteren Umgebung rekrutiert. Es mußte wiederholt um den Verbleib einzelner Mitarbeiter in der Soko gerungen werden. Sofern in einzelnen Fällen Mitarbeiter die Soko verließen, führte dies zu Informationsdefiziten. Die KEigeninteressen der zuständigen Führungskräfte in der Primärorganisation waren deutlich zu spüren und darauf ausgerichtet, die eigenen Mitarbeiter schnellstmöglich wieder "heimzuholen". Eine einmal getroffene Prioritätsentscheidung wurde insofern nicht über die Gesamtdauer mitgetragen, sondern, wie die Rückholversuche zeigen, wiederholt in Frage gestellt.
In der Soko-Arbeit mußten zudem erhebliche Personalschwankungen wegen Krankheit und Urlaub verkraftet werden. Die Soko wurde in den Räumen des eigentlich zuständigen Kommissariats untergebracht, was auch dazu führte, daß der Soko-Leiter in Personalunion seine Kommissariatsgeschäfte weiterführte. Aufgrund der zeitweisen Aufblähung der Soko auf 35 Mitarbeiter führte die Unterbringung zu beengten räumlichen Verhältnissen.