verarbeitung. Lageabhängige Unwägbarkeiten erfordern immer wieder Flexibilität und Improvisationstalent. Auch bei einer gut geplanten Ablauforganisation kann letztlich nie ausgeschlossen werden, daß sich durch individuelle Mängel in der Sachbearbeitung Fehler einschleichen. Es kann aber verhindert werden, daß Fehler bereits vorprogrammiert werden.“*
Im Verfahren des entführten Arbeitgeberpräsidenten Dr. Schleyer wurden bei der Soko in Köln annähernd 10.000 Spuren und Hinweise registriert.
Allein in der Arbeitsgruppe für die Hinweisbearbeitung waren über längere Zeit 200 bis 250 Beamte tätig.
Das besondere beim kriminalpolizeilichen Großverfahren liegt darin, daß bei diesen Verfahren zumeist mit einer Flut von Informationen zu rechnen ist, so daß an die Erfassung und richtige Bewertung hohe Anforderungen zu stellen sind:
4.1: Grundlagen und Definitionen
Information im Sinne der PDV 100(PDV 100, Nr. 1.2.1) ist sowohl die Beschaffung oder Aufnahme von Nachrichten wie Aufklärungs- und Observationsergebnisse, Meldungen, Befehle, Mitteilungen, Hinweise und Auskünfte, als auch deren Verarbeitung und Weitergabe. Diese Definition ist einerseits zu weit, andererseits beschreibt sie das"Ereignis" Information nur sehr unzureichend. Wissenschaftliche Definitionen sind bei der Beurteilung der Problematik wesentlich hilfreicher.
Weniger Schwierigkeiten gibt es mit den Begriffen„horizontal“ und „vertikal“, die sich in polizeitypische Termini fassen lassen. Vertikale Information entspricht dem hierarchischen Aufbau, sie"geht den Dienstweg". Horizontale Informationen fließen zwischen Stellen gleichrangiger oder benachbarter Funktionswahrnehmung(Einsatzabschnitte, Ermittlungsgruppen und einzelne Sachbearbeiter). Eine gewisse Ausnahme stellt die informale Kommunikation dar, auf die später noch eingegangen wird.
54 Rudolph, J.: Informationsverarbeitung in Sonderkommissionen, 1991, S. 251.
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Wittenstein, H.: Einsatzunterstützung, 1982, S. 576.
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