Die Mutter, seine Schwester, freute sich sehr, und wir andern, da kein Grund zum Gegenteil da war, auch. Eigentlich merkten wir kaum, daß er da war; er ging früh fort und kam spät wieder. Das hing aber so zusammen. Er war verlobt und erwartete seine Braut, eine Schleswig-Holsteinerin, die, weil die Mittel gering waren, zu Schiff kommen sollte. Und so saß er jeden Tag an der äußersten Molenspitze und wartete, daß sie komme. Es ging das nun schon in die zweite Woche, als mein Papa, der ein sehr lustiger Herr war, einmal sagte: „Ich muß nun doch mal revidieren." Und so ging er auch hinaus an den Strand. Eine Stunde später kam er wieder und erzählte lachend, als er auf die Mole gekommen wäre, hätte er am äußersten Ende etwas gesehen, das einer Bienenkorb-Bauernkupe , ähnlich gesehen hätte, eine von denen, auf denen oben ein Engel mit einer Fahne steht. Und so was ähnliches sei es auch gewesen. Im Näherkommen hat er gesehen, daß es ein Taugewinde gewesen sei, und auf dem Gewinde habe Onkel Ehm gestanden mit einen, Taschentuch an seinem Stock und habe geflaggt. Aber es sei nichts in Sicht gewesen. Am wenigsten ein Lugger aus Schleswig-Holstein.
Und unter diesem Bilde blieb mir Onkel Ehm, der uns bald danach wieder verließ (die Braut war wirklich gekommen) und den ich erst wiedersah, als die schleswigholsteinische Braut längst seine Frau geworden war und auf unsrer Tantenliste den Reigen eröffnete, denn sie hieß Tante Agnes.
Dieser Verheiratung war natürlich ein Gutsankauf vorhergegangen. Onkel Ehm hätte nicht der sein niüssen, der er war, wenn er sich nicht im Lausitzischen hätte ankaufen sollen. Zwischen Finsternwalde und Dobrilugk in den kahlsten und doch fruchtbarsten Gegenden hatte er ein kleines Gut erstanden, inmitten der Wendei. (Noch etwas ausführen.)
Einladung. Alle hin. Ich freue mich. Jagd. Er lachte: „Jagd. Ja, du kannst auf meinem Hofe die Sperlinge