Vom 26. Mai bis 9. Juni früh war ich wieder in Berlin und korrigierte die ersten iz Kapitel meines Scherenberg- Aufsatzes für die Vossin. Am 6. Juni gab ich diese Kapitel an Stephany ab. Während dieser Zeit hatte ich auch eine Korrespondenz mit Herrn A. Kroener wegen einer für die „Gartenlaube" zu schreibenden Novelle. Es scheint, daß wir einig werden. — Aus Neapel, Capri, Sorrent, Rom trafen nach wie vor glückliche Briefe von Martha ein. —
Am 6. Juni besuchte ich die Gustav-Richter-Ausstellung und die Ausstellung der spanischen Landschaften von Ernst Koerner und Felix Possart. Am 5. sah ich Menzels endlich fertig gewordenes Bild: „Piazza d'Erbe." — Am 7. unternahmen die „Zwanglosen", eine Gesellschaft, deren Mitglied Theo ist, eine Sommerpartie nach Pichelswerder hin, an der auch wir Alten uns beteiligten. Sie verlief sehr gut; es waren gegen 80 Personen, darunter Frl. Conrad und Frl. Müller-Grote als unsere Gäste, zwei Fräulein Spielhagen, das ganze Haus Meyerheim ?), Frau Schulze-Asten, Frl. Wuerst usw. Um Mitternacht wieder zu Haus; Theo schoß durch einen brillant vorgetragenen Toast den Vogel ab. — Am Sonntag, den 8., Besuch im Lessingschen Hause, Dorotheenstraße; alle getroffen und gut bei Stimmung. Am 9. früh Abfahrt nach Thals.
In Thals blieb ich beinah drei Wochen, bis zum r8. Ich ^ bezog mein altes Quartier auf dem Hubertus-Bad, bei Marcell Sieben, und hatte im wesentlichen wieder Ursache zufrieden zu sein. Ich fand gute Gesellschaft: General I Willerding, Amtsrat Wanschaffe, Gräfin Rothenburg (früher ! Schauspielerin, Schwiegertochter des Fürsten von Hohen- I zollern-Hechingen), Frl. von Heineccius, ein Ehepaar aus Insterburg, SiebenS Schwiegersohn: Friedrich Raspe und
^ Beliebter Landschaftsmaler.
*) Paul Meyerheim, Maler.
W Fontane-Buch I4Z