Frau usw. Das gab denn viel Plauderei bei Tisch. So war der Aufenthalt eigentlich weniger langweilig, als meine Sommeraufenhalte sonst wohl zu sein pflegen. Aber recht froh wurde ich der Sache nicht; ich war matt, arbeitsunfähig und in den letzten drei Tagen krank, ein starker Anfall, der mich ganz runter brachte. Schon auf der Hinreise hatte ich im Coupé die Bekanntschaft des Hofpredigers Dr. Strauß mit Frau und Tochter gemacht; sie, die Frau Hofpredigerin, ist eine geborene von Alten und gefiel mir recht gut. Auch er war nicht übel. Sie luden mich zu einer Partie auf die Victorshöhe und von da nach Alexisbad, Mägdesprung, Gernrode und Suderode ein; zum Schluß besuchten wir die christliche Sommerwirtschaft „Hagenthal" bei Gernrode, die für Sommerfrischlinge ungefähr dasselbe ist, was das „evangelische Vereinshaus, Oranienstraße 106" (soweit es „Hotel" spielt) für Berlin ist. Es liegt hübsch und anmutig. Am Tage darauf waren die Sträuße meine Kaffeegäste. In der letzten Woche besuchte ich auch den vielgenannten „Präzeptor von Altenbrak", Rodenstein mit Namen, ein 80jähriges Original. Es war eine Tagespartie, die mich sehr erfreute, trotzdem ich doch fand, daß man von dem Alten mehr macht als nötig.
Am 28. Juni abends war ich wieder in Berlin. Schon unterwegs war es sehr heiß, und es folgten nun drei heiße Juliwochen. In der ersten hatte ich noch an meinem Scherenberg-Aufsatz zu korrigieren, was mich bei den Temperaturverhältnissen sehr angriff. Am 8. Juli kam Martha wohl und munter aus Italien zurück, und wir sahen sie von da ab beinah täglich. Im Hause war Mädchennot, was die Situation sehr erschwerte: kochen bei 24° im Schatten. Ein Versuch, für mich eine Sommerwohnung in Steglitz zu finden, scheiterte. Dann wollte ich nach Rügen, bis ich mich, infolge meiner Korrespondenz mir Dr. Schwerin, für Krummhübel entschied. — George folgte einer
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