Einladung zu Herrn H. Leutke (Schwager von Roggatz) nach Thorn. — Vom 12. abends bis 15. früh war Frau Anna Witte mit Annemarie und Richard in Berlin zu Besuch; sie ging nach Tabartz, Lauchner Grund. Um dieselbe Zeit traf Frau Professor Lübke hier ein. — Buchhändler Steffens in Dresden will meinen „Petöfy"; W. Hertz meinen „Christian Friedrich Scherenberg" in Verlag nehmen. — Ich lese in dieser Zeit mit großem Vergnügen in O. Brahms Buch: „Heinrich von Kleist". — Lepel ) ist krank und geht nach Wildbad in Württemberg; Sommerfeldts gehen nach Gra- venstein bei Flensburg; Wangenheims gehen nach Ems.
In der zweiten Hälfte des Juli ging ich nach Krummhübel, wo mich der liebenswürdige Dr. Schwerin empfing. Ich war erst drei, vier Tage im „Augusta-Bad" einer Art christlicher Herberge, wie sie jetzt in allen besuchten Sommerfrischen Mode werden. Das Zimmer, das ich hatte, war sehr hübsch. Am 4. Tage übersiedelte ich zu Frau Schreiber, einer Art Hintersassin der Familie Erner, und bei dieser guten braven Frau blieb ich über 6 Wochen, die ersten drei allein, die letzten drei in Gesellschaft von Emilie, die, nach ernstlicher Krankheit, ganz elend ankam, aber sich rasch erholte. Die ganze Krummhübler Zeit war so angenehm, wie kaum irgend ein Sommeraufenthalt sicherer Jahre, was zur Hälfte an der Bravheit und Freundlichkeit der Wirtsleute, zur andern Hälfte an den netten Leuten lag, die wir dort trafen: an der Spitze Dr. Schwerin und Frau, dann Reichsgerichtsrat v. Graevenitz mit Frau und Tochter (Frl. Toni), dann Frau Oberforstmeister Müller und Tochter (Frl. Gertrud), die Frau Oberforstmeisterin eine Schwägerin der Frau von Graevenitz geb. Müller. Außerdem: Professor Hoppe und Professor Simon, beide vom Grauen Kloster in Berlin, Kunsthändler Ruthardt (Firma Amsler und Rut- hardt), Frau von Wietersheim mit 5 hübschen Töchtern,
*) Vgl. „Von Zwanzig bis Dreißig".
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