Familie Grosser (der eine Bruder Zimmer- und Baumeister in Schmiedeberg, der andere reicher Kaufmann in Berlin), Amtsrichter vr. Friedländer *) in Schmiedeberg, Dr. Otto Schöneberg aus Berlin (Neffe meines alten Scherenberg) und andere noch. So ging man aus einer Hand in die andere, hatte Anregung und Zerstreuung. Am Vormittag arbeitete ich an meiner Novelle „Cecile", las O. Brahms „Kleistbuch" und die Nationalzeitung. Am 1. oder 2. September reisten wir ab, blieben bis am andern Tag bei Dr. Friedländer und seiner angenehmen Frau in Schmiedeberg und dampften dann gemeinschaftlich bis Kohlfurt, wo wir uns trennten; Emilie fuhr zu Treutlers nach Neuhof, ich fuhr nach Berlin.
Zu Hause fand ich Theo und Martha, welche letztere sich am 28. August plötzlich von Mrs. Dooly getrennt und von Harzburg aus (wo sie waren) verabschiedet hatte. Damit waren die Pläne für San Franzisko glücklich begraben *). Wir alle waren dessen von Herzen froh; auch Martha selbst. — Ich blieb nur etwa 5 Tage in Berlin, wo ein Gastspiel stattfand, fing meinen Scherenberg für die Buchausgabe an zu korrigieren und ging dann am 7. September nach Stralsund und Rügen, wo ich eine Woche blieb. Am ersten Tage: Stralsund (Schill), Bergen (Rügen) und spät am Abend Eintreffen in Saßnitz, wo ich im Fahrenberg-Hotel ein gutes Zimmer erhielt. Das Leben in Saßnitz eigentlich langweilig, rausgepufft in seinen Forderungen und nicht viel dahinter, aber die See- und Landschaftsbilder halten einen schadlos. Den zweiten oder dritten Tag Ausflug nach Stubbenkammer, Hertha-See, Lohme, Arcona, was zusammen zwei Tage dauerte. Landschaftlich sehr schön, vielfach an Sorrent erinnernd, namentlich in den Hauptlinien;
*) Mit Dr. Georg Friedländer trat Fontane in sehr ausgiebigen Briefwechsel ein.
*) Fontanes Tochter hatte eine Übersiedlung nach Amerika mit Mrs. Dooly in Erwägung gezogen.
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