(25 jähriges Bestehen der Schillerstiftung), an welchem Tage ein von Rodenberg *) gedichtetes Festspiel zur Aufführung kommt. Professor Lazarus hält die Festrede; ich leiste den Kaiser-Toast. — Mitte Dezember kommt Wildenbruchs „Christoph Marlow" zur Aufführung, den ich besser finde als seine früheren Stücke; die kritische Kollegenschaft denkt aber ungünstiger darüber. — Am 20. Dezember kommt George aus Wahlstatt, um die Weihnachtsferien bei uns zu verbringen; am Heiligabend sind wir alle beisammen, nur Friedel fehlt, aber ein Fest- und Familienbrief von ihm wird verlesen. — Am 1. Feiertag sind wir mit Zöllners bei Heydens. Am 24. stirbt Baurat Schwatlo, unser alter Reisegefährte in Italien, und wird an, 28. begraben. Am 29. sind wir bei unsern alten Wangenheims zu Tisch. — Am 30. Geburtstagscour bei mir (Sommerfeldts zu Abend); am 31. Sylvesterpunsch mit den Kindern, Theo hält an des abwesenden Friedels Stelle die herkömmliche Rede.
1885.
Am 1. Januar langweilig viel Karten; Geburtstagsgratulation bei Helene von Weigel.
Am 2. Januar kommt Lise Witte (Mengel) auf viertägigen Besuch; am Abend kleine Jugendgesellschaft bei uns. Verlauf mäßig aus allen möglichen Gründen.
Am 3 . Januar mit George nach Wahlstadt zurück; Rütli bei mir; nur Zöllner und K. Eggers zugegen.
4. Januar, Sonntag.
Die Vossin bringt meine lange Besprechung über Dr. Engels Buch: Psychologie der französischen Literatur: Emilie mit Frau Geh. Rätin Herrlich ins Opernhaus: Stumme von Portici ?) Lise Witte und Martha erst zu Menzel-
*) Julius Rodenberg, Herausgeber der „Deutschen Rundschau", Dichter und Romanschriftsteller.
Oper von Auber.
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