und Katholizismusbekämpfung. Theo und Friede! waren von Münster und Oldenburg herübergekommen, um dem Feste beizuwohnen; Theo als Dichter wurde sehr gefeiert. Friedel blieb drei, Theo acht Tage.
Am 5. November kehrte Martha nach Rostock zurück, um daselbst im Witteschen Hause den Winter zu verbringen. — Am 14. November erscheint „Unterm Birnbaum" bei Müller-Grote. Werd ich in diesem Zeichen siegen? Emiliens Geburtstag bringt viel Freundliches von nah und fern. — Am 11. war Lieschen Treutler auf Besuch eingetroffen, um, in Marthas Abwesenheit, ein paar Wochen bei uns zu verbringen. — Am 16. abends erfahren wir durch einige freundliche Zeilen General von Strubbergs, daß George zum Hauptmann avanciert sei. — Am 17. Frl. Emma Wein- schenks Polterabend im Lessingschen Hause: sehr glänzend; ausgewählte Gesellschaft; Bräutigam: Premierleutnant Suhle im 37. Regiment, Krotoschin.
Vom 18. November bis 31. Dezember 1885.
Ich fahre fort mit der Korrektur meiner Novelle „Cäcile" und komme damit bis zur Hälfte. — Die Novelle „Unterm Birnbaum" erscheint bei Müller-Grote und macht selbstverständlich gar keinen Eindruck. Absatz womöglich noch schlechter als bei Hertz. Dagegen erscheinen bei Müller- Grote: Märchen von Frau Anna Lindau, geradezu entsetzlich, Verhöhnung von Sitte und Geschmack, woraufhin dieselben „Weihnachtsbuch" werden und gut gehen. Wohl bekomms! — Am 8. Dezember ist Menzels 70. Geburtstag, zu dessen Feier ich in der Vossin das beigeklebte Gedicht veröffentliche *). Es trägt mir ungewöhnlich viel Anerkennung ein, leider gemischt mit Ärger und Demütigungen. — Im Theater ist nicht viel los; Berndals Tod und Ludwigs andauernde Krankheit machen sich fühlbar; Putlitz' „Walde-
*) „Auf der Treppe von Sanssouci." In Fontanes „Gedichte" ausgenommen.
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