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Das Fontane-Buch : Beiträge zu seiner Charakteristik ; Unveröffentlichtes aus seinem Nachlaß ; das Tagebuch aus seinen letzten Lebensjahren / hrsg. von Ernst Heilborn
Entstehung
Seite
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Friede! in Oldenburg, Martha, sehr allmählich genesend, in Warnemünde, Rostock, Schwiggerow. Am 8. Oktober kehrt sie von Schwiggerow wieder nach Berlin zurück. Im Theater lassen die Novitäten auf sich warten; an Stelle des in Berchtesgaden verstorbenen Berndal wird Herr Weise aus Kassel, ein Schüler Lewinskis, engagiert und debütiert als Alba. Die ganze erste Oktoberwoche Berlin in großer Aufregung wegen des Unsittlichkeits- und Meineidsprozesses von Professor Maler Gräf. Am 7. Oktober wird er frei­gesprochen *).

Vom 9. Oktober bis 17. November.

Gleich nach dem Prozeß machte ich die Bekanntschaft des Staatsanwalts Heinemann, eines klugen, tüchtigen und charaktervollen Mannes, vielleicht ein wenig zum Philister und Topfkucker neigend. Friedrich Stephany von der Vossischen war vor 25 Jahren sein Privatlehrer in Stettin, weshalb er bis diesen Tag Beziehungen zu diesem unter­hält. Mitte November bin ich auch in einer Gesellschaft bei Stephany mit Staatsanwalt Heinemann zusammen und sein Tischnachbar. Außerdem zugegen: Frau Professor Sonnenschein (Witwe meines alten Chemielehrers), Amts­oder Landgerichtsrat Hesse, Sohn des verstorbenen Baurats, und ein Ölgötze Dr. Liepmann oder Lippmann, der vor Ziererei nicht sprechen konnte.

Am 1. November feierte die Kolonie das Fest ihres 220jährigen Bestehens in Brandenburg bzw. Berlin. Kirch­liche Feier; am Abend Schauspiele im großen Saale der Philharmonie, Prolog, sechs lebende Bilder (Hugenotten­zeit), Festspiel, dann Souper und Tanz. Prolog und Bilder- tert von Th. F. sen., das Festspiel von Th. F. jun. Auch Martha machte die Feier mit. Am 3. (Sonntag) Kolonie­diner im Englischen Hause; sehr nett; die üblichen Reden, im ganzen genommen schwach, nämlich in Preußenanbetung

*) Vgl. den Brief an Georg Friedländer vom 7. Oktober 85. 158