wo ich mit hocherhobenem Finger, während mich lauter befrackte Kahlköpfe umstanden, einen Vortrag über Ibsen hielt. Heyden zog sein Notizbuch und schuf beistehendes Momentbild. — Von W. Hertz erfuhr ich zu meiner Freude, daß sich eine 2. Auflage meiner „Grete Minde" vorbereitete. — Anfang Februar reiste Martha auf vier Wochen nach Rostock, um am 28. wieder zurückzukommen. Am 12. Februar, nach neun- oder zehntägiger Krankheit, starb Anna Zöllner am Typhus von Diphtheritis begleitet und wurde am iz. nachmittags auf dem Matthäikirchhof beerdigt. Die Teilnahme, bei der großen Beliebtheit, deren sie sich erfreut hatte, war herzlich und allgemein. Für die Eltern ein schwerer Schlag. — Schon von Beginn der Saison an, etwa Mitte November, waren alle Arnsdorfer Ebertys in Berlin eingetroffen: die alte Professorin, Fräulein Elise, Frau Richter (geb. Eberty) nebst Gemahl, ebenso das Bülowsche Ehepaar. Er, Richter, findet es ziemlich langweilig in Berlin und geht auf 8—10 Wochen nach Ägypten; erst Anfang Februar erscheint er wieder auf der Bildfläche. — Ziemlich lebhafter Briefwechsel mit Friedländer, der in Veranlassung seines mir gewidmeten Büchelchens „Erinnerungen aus dem 70er Kriege" Unannehmlichkeit über Unannehmlichkeit hat, die schlimmste durch General v. Wulffen, der sich persönlich beleidigt fühlt.
Vom 1. März bis 6. Juli.
Vom März an begann ich die Korrektur meiner für die Vossin bestimmten Novelle: „Irrungen —Wirrungen". Erst am 5. Juli bin ich ganz damit fertig und kann sie einsiegeln; leider ist Stephany verreist, und so verzögert sich der Abdruck, wenn er überhaupt noch erfolgt. — Im März oder April erscheint Dominik und nimmt meine Novelle „Cecile" in seinen Verlag. Es verkehrt sich sehr angenehm mit ihm, Fortfall aller Kleinlichkeit und Sechserwirtschaft. In 14 Tagen oder doch spätestens in drei Wochen war das
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