meines Romans an die „Gartenlaube" wende ich mich der Korrektur und Fertigmachung meiner „Gedichte", die zu Weihnachten in 3. Auflage erscheinen sollen, zu. Es macht noch viel Arbeit, und fast ein Vierteljahr geht drüber hin, eh' das Mspt. abgeliefert werden kann. Dazwischen nehme ich allerhand märkische Arbeiten wieder auf: Johann Christian Gentz, Wilhelm Gentz, Gentzrode und Alexander Gentz, desgleichen Mathilde von Rohr. Als Hauptarbeit aber fängt an mich eine neue große märkische Arbeit zu beschäftigen: Die Bredows, ihre Geschichte und ihr Besitz. Ich setze mich mit verschiedenen Mitgliedern der Familie in Verbindung, begegne freundlichem Entgegenkommen, empfange zunächst die von Graf Bredow-Liepe herrührende zweibändige (Großquart) Familiengeschichte und reise, nachdem ich die Lektüre des Werkes beendet, Ende Mai nach Landin (Havelland), von wo aus ich die Güter der Friesacker Linie besuche: Landin selbst, Krisle, Liepe, Senzke, Wagnitz, Görne, Kleessen und Friesack. Ich bleibe 8 Tage. Sehr freundliche Aufnahme und eine noch über meine Erwartungen hinausgehende gute Ausbeute. — Mitte Juni beginnt der Druck meiner „Gedichte" in der H. S. Hermann- schen Buchdruckerei, Beuthstraße 8. — Dominik bringt in „Zur guten Stunde" schon einiges aus der neuen Sammlung. — Martha reist Anfang Mai nach Bonn, um daselbst ihre Freundin Marie Bencard (jetzt Geheimrätin Veit) zu besuchen und sich im Hause des Geheimrats einer Kur zu unterziehen. Diese Kur nimmt anscheinend einen guten Verlauf und beseitigt das lokale Übel, bleibt aber ohne sonderlichen Einfluß auf ihr Gesamtbefinden: hochgradige Nervosität.
In Marthas Abwesenheit leben wir sehr zurückgezogen, namentlich nach Schluß des „Rütli" und Abreise aller Freunde. Nur mit Jöllners gelegentliche Jusammenkünfte. — W>e gewöhnlich gibt es, kurz vor Schluß der Saison, allerhand neues im Theater: Novitäten (Arabella Stuart von Rudolf von Gottschall) und Gastspiele. Herr Matkowsky, neu
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