der Stadtverwaltung seitens des Kaisers, die Veröffentlichung des kronprinzlichen Tagebuches in der Rundschau, der Geffcken- Prozeß *). — Weihnachten und Silvester still wie gewöhnlich.
1889.
Vom 1. Januar bis 1. Juli.
Meine Korrekturarbeit an „Quitt" setze ich fort und bin damit Ende April fertig. Kröner (Gartenlaube) akzeptiert, und ich erhalte in sehr anständiger Weise mein Honorar. Die Kinder aus Münster reisen Anfang Januar dahin zurück. — Im Theater verschiedene Novitäten, darunter „Weltuntergang" von Heyse, aber nichts hält sich, nur die „Quitzows" fahren fort, das Publikum zu entzücken und werden schließlich auch an andern Bühnen gegeben. Im „Dtieärre americain" kommt eine witzige Parodie zur Aufführung, die das Ansehen des Originals nur noch steigert. Nur ein einziges Stück tritt im Laufe der Saison mit den „Quitzows" in Konkurrenz: Ibsens „Die Frau vom Meere". Nur die Jbsenianer und ich treten dafür ein, alle andern verhöhnen und verurteilen es, an der Spitze der Spötter steht Schmidt- Cabanis, der eine Ulk-Komödie schreibt: „Die Frau von Mehreren"; an der Spitze der Verurteiler steht Frenzel; Lindau weiß nicht recht, ob er loben oder tadeln, bewundern oder verwerfen soll. Ibsen selbst wohnte der Aufführung bei, nachdem ihm vorher durch die Jbsenianer Brahm- Schlenther, zu denen sich die Professoren Erich Schmidt und Hoffory gesellt hatten, ein solennes Souper gegeben worden war. Lauter illustre Gäste, auch Hans von Bülow und Brahms (der gerade hier war) zugegen. Es wurden verschiedene Reden gehalten, auch gute. — Nach Ablieferung
*) Gegen Heinrich Geffcken war auf Veranlassung Bismarcks wegen Veröffentlichung des Tagebuchs Kaiser Friedrichs in der „Deutschen Rundschau" Anklage erhoben worden.
12 ^Fontane-Buch
177