Aufenthalts zu bannen. Ich werde, weil der Ort reizend ist, immer wieder versuchen, 4 Wochen dort zuzubringen, ohne die richtigen Menschen ist es aber doch nur ein halbes Vergnügen. Vier Wochen Table d'hote zwischen Fremden oder gar unangenehmen Menschen ist ein miserables Vergnügen. Anfang Juli treffen wir wieder in Berlin ein, und Emilie beginnt die Abschrift meines Romans „Frau Jenny Treidel"; ich mache mich an die Niederschrift verschiedener kleinerer Arbeiten. Anfang August beginnt die Reparatur unseres durch einen angrenzenden Neubau stark geschädigten Hauses, und Maurer, Maler, Anstreicher, Tapezierer treiben mich aus dem Hause; Emilie bleibt zurück, um alles zu überwachen. Ich gehe derweilen auf beinahe vier Wochen nach Wyck auf der Insel Föhr, wo ich meine guten Friedländers, Ehepaar, Schwägerin und die beiden Kinder treffe, gute Wohnung und gute Verpflegung finde und trotz des scheußlichen Wetters sehr angenehme Tage verlebe. Der Unterschied zwischen dem Aufenthalt in Kissingen und dem in Wyck machte mir aufs neue klar, daß'es ohne passende Gesellschaft nicht geht. Einen Tag waren wir auf Amerum. Der Aufenthalt in diesen gesegneten Gegenden, wo man schon die Kultur und das Wohlleben der Skandinaven und Hanseaten empfindet, ist mir angenehm. Anfang September kam ich zurück und fand die Wohnung sauber und gut in Ordnung, die arme Frau aber recht elend, auch abgeängstigt (Gott sei Dank ohne Not) über die Art der Krankheit. Arseniktropfen bewähren sich als neues altes Mittel. Ich mache mich nun an die Korrektur der Romanabschrift, und nach fast noch zweimonatlicher Arbeit schicke ich den Roman am Zi. Oktober an Freund Rodenberg nach Fulda, wo sich derselbe vorübergehend aufhält. Dazwischen beschäftigen mich drei andre Arbeiten: Mathilde Möhring *), St. Neumann, und die Poggenpuhls. Die erste dieser 3 (an der ich
1) Veröffentlicht durch Joseph Ettlinger in „Aus dem Nachlaß".
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