schon in Wyck fleißig gearbeitet hatte) beende ich Ende September im Brouillon, die beiden andern nehme ich mit in den Winter hinüber. Ende Oktober erscheint die 4. Auflage meiner „Gedichte", vierzehn Tage später mein Roman „Unwiederbringlich". — Martha, die vom 2. Januar an bei Veits in Bonn bzw. auf den pommerschen Gütern bei Gräfin Wachtmeister war, kommt am 22. Oktober aus Zansebur (Pommern) zurück; Theo hat viel Müh' und Not in seiner Kriegsministerialstellung, Friedel findet zwei neue Kompagnons und erweitert sein Geschäft, das er nach Magdeburgerplatz 4 verlegt, bedeutend. — Im Freundeskreise wird es immer stiller; Zöllner lebt noch, hat sich in manchen Stücken sogar erholt, im ganzen aber bleibt es ein höchst trostloser Zustand; Frau Professor Lazarus elend; Frau Professor Lübke desgleichen. — Am 14. Oktober verheiratete sich Jenny Sommerfeldt mit Apotheker Kienast, eine, allem Anscheine nach erfreuliche Partie; am 12. war Polterabend mit allen möglichen großen Aufführungen, recht gut, aber schablonenhaft, das Beste und Erfreulichste die Kinder der verschiedenen schon verheirateten Schwestern. — Zur Lektüre kommen wir wenig. Historisches ist langweilig für Emilie und Novellistisches langweilig für mich. Mit Vergnügen lesen wir Storms letzte Arbeit „Der Schimmelreiter" und des alten Hippel *) „Lebensläufe in aufsteigender Linie", als Roman eigentlich schwach, als Biographie (weil nicht echt und zuverlässig) auch sehr anfechtbar, aber in höchstem Maße klug und geistreich und so doch eine vortreffliche Lektüre.
Vom 2. November bis 31. Dezember.
Erst nach beinah zwei Jahren komme ich dazu, das Tagebuch hier fortzusetzen. Inzwischen habe ich alles vergessen und kann hier nichts erzählen.
*) Theodor Gottlieb von Hippel: „Lebensläufe nach aufsteigender Linie" (1778—1781).
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