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Das Fontane-Buch : Beiträge zu seiner Charakteristik ; Unveröffentlichtes aus seinem Nachlaß ; das Tagebuch aus seinen letzten Lebensjahren / hrsg. von Ernst Heilborn
Entstehung
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Stöckhardt in Hohenwiese lebensgefährlich krank. Martha reiste Mitte August zu Veits in Deyelsdorf in Pommern. Mitte September kehrten wir vonVilla Gottschalk" nach Berlin zurück. Es ging alles besser als ich erwartet hatte. Mein Ausland war zunächst noch recht schlecht, weil ich, in­folge von Blutleere im Gehirn, in einem Schwindelzustand blieb, auch der Schlaf wollte sich nicht recht finden, aber all­mählich begann ich mich zu erholen und war Anfang Novem­ber so weit wiederhergestellt, daß ich mit dem Niederschreiben einerBiographie" von mir, oder doch eines Bruchstückes, beginnen konnte. Ich wähltemeine Kinderjahre" (bis 1832) und darfsagen, mich an diesem Buch wieder gesundgeschrieben zu haben. Ob es den Leuten gefallen wird, muß ich abwarten, mir selbst habe ich damit einen großen Dienst getan. DieTage bis zum neuen Jahr verliefen ziemlich ruhig, nur gelegentlich durch Gesellschaften bei alten Freunden unterbrochen.

1893.

In meiner im November begonnenen Arbeit fuhr ich fort; etwa im April war ich damit fertig, auch mit der Korrek­tur, und die Abschrift, die Emilie und Martha gemeinschaft­lich machten, konnte beginnen. Martha war all die Zeit über recht leidend und ein vierwöchiger Besuch in Warne­münde bei Wittes machte den Ausland nur schlimmer. Auch Emilie erkrankte ernsthaft, wobei nicht recht festzu­stellen war, ob es Blinddarmentzündung oder ein Leber­und Gallenleiden war. Während dieser Wochen kam Onkel Witte von Chicago zurück, wohin er sich, schon schwer krank, doch noch aufgemacht hatte. Sein Ausland verschlechterte sich sehr rasch, und wer ihn sah hielt ihn für einen toten Mann; nur er selbst wollte von seinem Elend nicht hören und wehrte sich bis zuletzt. Man kann es heroisch finden, aber auch töricht. Ich habe keinen Sinn für solches Helden­tum, weil es in der Vorstellung wurzelt:Es geht nicht ohne mich; ich muß leben; bin ich weg, so bleibt nur noch der

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